Das Glatthaar, siehe auch unter Genetik (Rückenwirbel)

 

Haarstrukturformel: L L r r  M M  st st  Sa Sa Rx Rx  Fz Fz

Zeichn Glatt

Geschichte / Rassebeschreibung:

Das Glatthaar, auch Englisch Kurzhaar genannt, gilt als der Urtyp aller Haarstruktur- Varianten. Es besitzt ein einheitlich kurzes, glattes und anliegendes Fell, frei von jeglichen Wirbeln.                                         Glatthaarige sind die beliebtesten Ausstellungstiere und besitzen weltweit in den verschiedenen Standards die meisten anerkannten Farbschläge. Diese Rasse wird auch mit Satinbehaarung gezüchtet.

Genetik:                                                                                        Das Gen L für kurzes, glattes Fell vererbt sich dominant gegenüber Langhaar und Kraushaar (Rex, Texel, Teddy) und ist rezessiv gegenüber Wirbelhaar (Rosette, Peruaner, Alpaka) und Schopf.

Zucht:                                                                                       Für die Zucht eignen sich große, kräftige Tiere, in schönem Typ und Bau (athletisch breite Schultern, insgesamt kompakt und gut bemuskelt). Der Kopf sollte harmonisch geformt sein, das Nasenbein leicht gebogen.                                         

Ein möglichst stumpfer Kopf wird angestrebt, er darf aber auch nicht zu stumpf werden, deshalb benötigt man in der Zucht auch Tiere, die dieses Merkmal wieder etwas ausgleichen können, man sollte sich also nicht immer nur Nachzucht mit stumpfen Köpfen aufheben, gelegentlich benötigt man zum Ausgleich auch etwas langnasigere Partner.

Die Ohren sollten schön groß und hängend sein. Das Ohr darf in einer leichten Welle fallen. Je kürzer der Kopf gezüchtet wird, umso kleiner werden auch die Ohren, die dann zu kurz werden, um noch fallen zu können. Unerwünschte Ohrfalten vererben sich recht hartnäckig weiter, daher sollte man möglichst auf faltenfreie Ohren bei Zuchttieren achten. Meerschweinchen mit faltenfreien Ohren, sind jedoch leider noch kein Indiz dafür, das ihr Nachwuchs faltohrfrei sein wird, da sich dieses Problem leider auch versteckt weitervererben kann, wenn es erst einmal in einer Linie drinsteckt. Wenn man einen sehr seltenen Farbschlag züchtet, bei dem die Beschaffung von guten Zuchttieren nahezu unmöglich erscheint, bleibt einem manchmal keine andere Wahl doch den einen oder anderen Fehler hinzunehmen. Dennoch möchte ich in solchen Fällen empfehlen, das wenigstens die Zuchtböcke faltohrfreie Vererber sind bzw. aus bewährten Linien stammen.

 

Das Fell an den Körperseiten sollte bei Glatthaartieren eine waagerechte Haarwuchsrichtung zeigen. Besonders bei Satinbehaarung (wie es das Tier links im Bild deutlich veranschaulicht) sieht man nicht selten, dass sich die Haare hinter den Vorderbeinen oder an den Bauchseiten nach unten biegen. Da sich dieses Manko vererbt, muss man sehr darauf achten!

 

Das Fell sollte möglichst dicht in der Behaarung sein und darf keine fehlerhaften Haareinpflanzungen (Verdrehungen) oder gar Wirbelbildungen (auch auf die Bauchbehaarung schauen) zeigen. Hat man den Eindruck, dass das Fell an irgendeiner Stelle auseinander triftet, sollte man zunächst versuchen es glatt zu streichen, triftet es anschließend wieder auseinander, könnte dies ein Fellfehler sein.

Die Jungtiere werden mit einem weicheren Babyfell geboren. Der Fellwechsel bis zum endgültigen Haarkleid geht ganz allmählich über mehrere Monate von statten.

Die Fellfarbe kann sich bei ihnen -je nach Farbschlag- mit zunehmendem Alter u.U. noch mehr oder weniger stark verändern, wobei die Dauer der Umfärbung je nach Farbschlag variiert. Man muss sein Auge schulen, um schon bei Jungtieren erkennen zu können, welche mal die beste Farbe bekommen. Man kann sich bei ihnen ein wenig an der Unterfarbe des Fells orientieren. Unter– und Deckfarbe des Fells sollte bei adulten Einfarbigen und Zeichnungstieren so gut wie möglich angeglichen sein. Auch auf die korrekte Hautpigmentation, sowie auf die Augenfarbe ist zu achten.

Um ein Jungtier mit schönem breitem Kopf aus einem Wurf heraus zu deuten, kann man sich die Daumenprobe“ zu Hilfe nehmen. Direkt nach Geburt lässt sich am besten bestimmen, wie sich der Kopf eines Jungtieres später Mal entwickeln wird. Passt ein Daumen zwischen die Augen eines Tieres, wird dessen Kopf mal viel versprechend werden. Bei etwas älteren Jungtieren wird dieses Ergebnis durch unterschiedliche Wachstumsschübe des Kopfes in Länge und Breite verfälscht.

Für die Präsentation auf einer Show müssen die etwas länger herausragenden, „toten Haare“, -sprich Grannenhaare- aus dem Fell entfernt sein.