Dalmatiner & Schimmel

 

Der Dalmatinersiehe auch unter Genetik und Genetik (Farbformel)

Die Dalmatiner- Zeichnung stammt ursprünglich aus England, wo man die Meerschweinchen dieses Farbschlages bevorzugt in Glatthaar züchtet.

Dalmatiner lassen sich im Prinzip in allen Farben und Haarstrukturen züchten, jedoch sind die schwarzen und schokoladenfarbenen aufgrund des stärkeren Hell-/ Dunkel- Kontrastes wohl die beliebtesten Farbschläge unter ihnen.

In England hat man Dalmatiner auch schon dreifarbig (genannt: Tri- colour Dalmations) gezüchtet, d.h. mit roten und schwarzen Körpertupfen, jedoch sind solche auf dortigen Shows so gut wie nie anzutreffen.

Dalmatiner gibt es auch in diversen Agoutifarben. Bei ihnen fehlt allerdings eine Tupfenzeichnung am Bauch (Ausnahme: Solid- Agoutis).

Die Namensgebung für die verschiedenen Farbschläge unter den Dalmatiner- Meerschweinchen richtet sich stets nach der jeweiligen Grundfarbe der Tiere. Ausschlaggebend dafür ist die Farbe, die sich an Kopf und Beinen zeigt. Auf den Bildern unten sehen wir schwarze Dalmatiner.

Beim schwarzen Dalmatiner handelt es sich genetisch gesehen um ein einfarbig schwarzes Tier, dessen Fellfärbung des Rumpfes durch Anwesenheit des Schimmelfaktors stellenweise ausgelöscht wird, wodurch die Haare in diesen Bereichen weiß erscheinen und schwarze Tupfen übrig bleiben. Einzelne Haare am Rumpf (= Tupfen), sowie die Kopf- und Beinhaare bleiben schwarz. Eine Blesse kann vorhanden sein bzw. darf bei Showtieren nicht fehlen. Die Augen sind feuerfarben und in der Iris erkennt man einen blauen Ring.

Der Schimmelfaktor, der für die Zeichnung der Dalmatiner verantwortlich ist, ist der selbe, wie jener der Schimmel- MS. Die Unterschiede beider Zeichnungen wurden allein durch Selektion erreicht. Bei schwarzen Dalmatinern ist im Gegensatz zum Schwarzschimmel somit keine gleichmäßige Durchmischung von weißen und schwarzen Haaren erwünscht, sondern eine schwarze Fleckenzeichnung auf weißem Rumpf, so wie bei gleichnamiger Hunderasse.

Kopf und Beine sollten möglichst ungeschimmelt sein .... auch keine einfache Aufgabe für den Züchter.

Die schwarzen Tupfen sollten sich so klar wie möglich voneinander abgrenzen, wobei vorhandene Tupfen am Bauch die Qualität der Showtiere noch erhöhen.

Züchterisch gesehen ist es besonders schwierig, eine klare Tupfenzeichnung im Steißbereich hinzubekommen, d.h. die am Steiß platzierten Flecken grenzen sich meist am schlechtesten voneinander ab, weshalb man nicht allzu oft Dalamtiner zu sehen bekommt, die auch in diesem Bereich klar abgegrenzte Flecken zeigen.

Bei langhaarigen Dalmatinern verliert sich die attraktive, typische Fellzeichnung durch die Felllänge recht stark, weshalb sich Zuchtversuche in diese Richtung eher in Grenzen halten und deshalb sicher auch noch in keinem mir bisher bekannten Standard anerkannt sind.

Dalmi- Züchter sollten ihren Tieren vor jeder Show unbedingt die Grannenhaare entfernen, denn dies macht bei der Dalmatinerzeichnung unheimlich viel aus, weil die Fleckenzeichnungen nach Entfernung der Grannenhaare wesentlich klarer zur Geltung kommen! [Vergleiche dazu einfach mal die nachstehend abgebildeten Showtiere mit dem Jungtier (Lima) auf den Bildern darunter.]

 

Für die Zucht von Dalmatinern sind entscheidende Grundkenntnisse in Genetik erforderlich!

Der Schimmelfaktor ist nämlich mit einem Letalfaktor verknüpft, der sich bei Reinerbigkeit für die Nachkommen tödlich auswirkt! Ein Dalmatiner wird dementsprechend grundsätzlich nur mit einem einfarbigen Partner- passend zu seiner Grundfarbe- gekreuzt (z.B.: schwarzer Dalmatiner X einfarbig schwarz). Dies bedeutet, dass ein Dalmatiner nie reinerbig in punkto Schimmelzeichnung ist und stets zu 50 % in einfarbige und zu 50% in Dalmatiner- Nachkommen aufspaltet.

    Dalmatiner als auch Schimmel- MS dürfen niemals mit- oder untereinander verpaart werden, sondern dürfen nur mit einfarbigen Partnern gekreuzt werden, die den Schimmelfaktor garantiert nicht besitzen! Allen Dalmatiner- Züchtern wird deshalb nahe gelegt, ihre Abgabetiere nur mit einem ordnungsgemäß ausgestellten Abstammungsnachweis und 1 Infoblatt über die Eigenschaften dieser Farbzüchtung weiter zu vermitteln.

 

 

Drei hervorragende schwarze Dalmatiner, dei denen sich die Flecken sehr schön voneinander abgrenzen.    Bei den vorderen beiden Tieren tun sie dies sogar im Steißbereich, wo die Dalmis normal ihre Schwachstelle haben, wie bei dem Tier ganz rechts ein wenig zu sehen ist.

 

 

Hier nochmal ein sehr schön gezeichneter schwarzer Dalmatiner in Seitenansicht.

 

 

Dalmatiner, Entwicklung Jungtier
Dalmatiner-Nachkommen aus gut durchgezüchteten Linien verändern ihre Fleckenzeichnung von Geburt bis zum adulten Tier kaum, d.h. die Anzahl an Flecken die sie direkt nach Geburt zeigen, bleiben konstant erhalten, können aber anfangs noch etwas verwaschen aussehen. Mit dem Fellwechsel (vom Babyfell zum bleibenden Haarkleid) klaren sich dann die Flecken allmählich auf bzw. grenzen sich später noch besser voneinander ab. Ein solch wün- schenswerter Entwicklungsverlauf setzt eine konsequente Zucht bzw. Auswahl der Zuchtpaare voraus. Wichtig ist, dass auch die Einfarbigen (Nicht- Dalmatiner) bereits aus Dalmatinern gezogen wurden.

Abb. oben: Hier wird die Entwicklung eines Jungtieres bis zum adulten Tier gezeigt, wie sich seine Fleckenzeichnung mit zunehmenden Alter verändert. (Normalerweise verändern aber Jungtiere in gefestigteren Zuchtlinien nicht so extrem ihr Aussehen wie hier. Bild wird bei anklicken vergrößert!)

Bei Dalmatiner- Nachkömmlingen, deren Fleckenzeichnungen noch nicht ausreichend gefestigt sind, weil bei ihnen z.B. wahllos Einfarbige eingekreuzt wurden, die nicht aus Dalmatiner- Linien stammten, kann es teilsweise passieren, dass die Anzahl an Flecken nach der Geburt noch zunehmen oder es lassen sich u.a. Phasen beobachten, in denen ihr Fell am Rumpf fast völlig geschimmelt wirkt, dann mal getupft und geschimmelt oder zwischendurch auch nahezu perfekt getupft.

Es dauert dann einige Monate, bis sich ein solches Dalmatiner- Jungtier in seine endgültige, bleibende Zeichnung gemausert hat.

Um in der Zucht möglichst perfekte Dalmatiner- Nachkommen erzielen zu können, sollte man bei der Auswahl geeigneter Zuchtpartner recht konsequent vorgehen, d.h. es u.a. möglichst vermeiden, Einfarbige einzukreuzen, die nicht aus der Dalm- Zucht stammen, weil allein die aus Dalmatiner gefallenen Einfarbigen -allen Erfahrungen nach- vorteilbringende Erbinformationen (z.B. auch Platzierung der Blesse) -bedingt durch ihren Dalmatiner- Elternteil- für die Dalmatiner- Zeichnung in sich tragen und an ihre Nachkommen weiter vererben.

 

 

 

Der Schimmel,

siehe auch unter Genetik und Genetik (Farbformel)

Diese Farbe stammt aus England, wo sie in erster Linie glatthaarig oder als Rosetten gezüchtet werden.

Kopf und Beine sind einfarbig und bestimmen die "Grundfarbe"/ Grundfarben, die entscheidend ist/ sind für die Namensgebung des jeweiligen Farbschlags. Eine Blesse soll keine vorhanden sein.

Der Körper ist ein- oder zweifarbig gescheckt + zeigt weiße Schimmelzeichnung, wobei stets auf eine möglichst gleichmäßige Schimmelung auf Shows geachtet wird. Die Augen sind feuerfarben.

Am häufigsten sieht man Schwarzschimmel, Rotschimmel oder Buntschimmel (Mixed Schimmel).

 

    Der so genannte Schimmelfaktor, der die Fellfarbe am Rumpf teilweise auslöscht bzw. zu weiß reduziert, ist mit einem Letalfaktor verknüpft, der sich bei Reinerbigkeit für die Nachkommen tödlich auswirkt , daher dürfen Schimmel- MS niemals mit einander verpaart werden, sondern nur mit einfarbigen oder zweifarbigen (was Buntschimmel betrifft) Partnern gekreuzt werden, die den Letalfaktor nicht besitzen !

Genauso wie z.B. bei der Hunderasse „Blue Merle“ (Collies aus USA) birgt auch der Schimmelfaktor bei MS einen Letalfaktor in sich, weshalb reinerbiger Nachwuchs in der Zucht unbedingt vermieden werden muss, da alle reinerbigen Nachkommen nicht lebensfähig sind! Dies bedeutet für die Zuchtpraxis, dass man für Schimmel- MS grundsätzlich Partner wählt, die den Schimmelfaktor garantiert nicht besitzen! Schimmel- MS sind also immer spalterbige Tiere, die zusammen mit einem Partner ohne Schimmelfaktor 50 : 50 aufspalten, d.h. 50% der Nachkommen sind Schimmel (Rn rn), die anderen 50 % sind ungeschimmelt (rn rn). Da sich der Schimmelfaktor dominant vererbt, zeigt sich die Schimmelzeichnung im äußeren Erscheinungsbild immer bei allen Nachkommen, die diesen Faktor geerbt haben.

Es muß aber darauf hingewiesen werden, dass es unter den Schimmel- Nachkommen auch Extrem- Schimmel (sehen nahezu einfarbig weiß aus) gibt oder nahezu Einfarbige mit sehr wenig Schimmelzeichnung, so dass man bei solchen Nachkommen, wo nicht ganz klar ersichtlich ist, ob sie Schimmel sind oder nicht, diese Tiere sicherheitshalber wie ein Schimmel behandeln sollte. Nicht selten entstehen solch zweifelhafte Nachkommen durch Kreuzungen mit Partnern, die garnicht so recht zur Zeichnung des geschimmelten Partners passen. Es macht also wenig Sinn sämtliche Farbschläge ohne Rücksichtnahme auf die Zeichnungen wild durcheinander zu kreuzen.

 

 

 Links: Crested, Buntschimmel goldagouti- rot- weiß [Liebhabertier (Foto: Bettina Apel)]

Tiere mit Weißscheckung sollen in der Schimmel- Zucht nicht eingesetzt werden, sonst kann es nachher u.U. passieren, das man die Schimmel- von den Nicht- Schimmel- Nachkommen kaum noch unterscheiden kann!

 

 

Auch weiß d.E. Tiere dürfen ebenfalls nicht in der Dalmatiner/Schimmel- Zucht eingesetzt werden!                  Weil durch den Faktor cr cr, den die weißen Tiere besitzen, bei Kreuzung mit Dalmatinern oder Schimmeln in einer Farbe aus der roten Farbreihe, später weiße Nachkommen fallen könnten, die dann Dalmatiner/ Schimmel sind ohne das man es ihnen ansieht.  Grund: cr cr reduziert die rote Fellfarbe am gesamten Körper zu weiß, so dass optisch keine Schimmelzeichnung erkennbar ist.

 

 

Buntschimmelsiehe auch unter Genetik

So bezeichnet man zweifarbige Meerschweinchen mit Schimmelfaktor (Rn = roan).

Ein Buntschimmel ist gescheckt oder gebrindelt in 2 Grundfarben z.B. schwarz und rot, zusätzlich wird bei einem Teil der Körperbehaarung, außer an Kopf und Beinen, bedingt durch den Schimmelfaktor die Farbe komplett ausgelöscht und diese Haare erscheinen dann weiß. Die übrig gebliebenen schwarzen und roten Haare im Fell werden durch den Schimmelfaktor etwas aufgehellt, weshalb Schimmel- MS nie die Farbintensität erreichen wie ungeschimmelte Schecken in den gleichen Farben.

Schimmel haben immer Feueraugen, wobei oft ein bläulicher Ring in der Iris erkennbar ist.

In der Rassezucht wird eine möglichst gleichmäßige Schimmelzeichnung, frei von ungeschimmelten Stellen angestrebt und es wird darauf geachtet, dass Kopf und Beine weitgehend ungeschimmelt bleiben.

Alle Farben des Buntschimmels sollten möglichst in gleichem Mischungsverhältnis am Tier zu sehen sein. Schimmel sollen keine Blesse zeigen, wie etwa der Dalmatiner.

 

Glatthaar, Buntschimmel, Fft.

Rosette, Buntschimmel, Doncaster/ GB

 

    Für obig abgebildete Buntschimmel kämen als Partner idealerweise zweifarbige Glatthaarige bzw. Rosetten in Frage, die in ihren 2 Grundfarben (entweder Brindle oder Schildpatt) gescheckt sind.

 

 

 

Rotschimmelsiehe auch unter Genetik

Rotschimmel sind rote Meerschweinchen mit weißer Schimmelzeichnung am Körper, außer an Kopf und Beinen. Der Schimmelfaktor hellt das rote Pigment etwas auf, weshalb Rotschimmel nie so intensiv rot sind, wie einfarbig rote Meerschweinchen.

 

Rosette, Rotschimmel

Satin- Rosette, Rotschimmel/ Fft.´92

 

Schwarzschimmelsiehe auch unter Genetik

Schwarzschimmel sind schwarze Meerschweinchen mit weißer Schimmelzeichnung am Körper, außer an Kopf und Beinen. Die Tiere sollten keine Blesse haben.

 

Glatthaar, Schwarzschimmel/ Fft.´02

Peruaner, Schwarzschimmel (hier mal mit Blesse)

Dieses Tier soll mal veranschaulichen, wie ein langhaariges Tier mit Schimmelfaktor wirkt.