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Thema: Krankheiten - Buchstabe W
Wassermangel, s.a. “Wasserbedarf” auf Seite Ernährung oder FlüssigkeitsmangelS. Jung beschreibt in seinem Buch die damals beobachteten Symptome bei Meerschweinchen aus Großzuchten, bei denen die Todesfälle ein seuchenhaftes Ausmaß angenommen hatten, so dass zunächst von einer Infektion des Bestandes ausgegangen wurde, aber nach genauesten Untersuchungen im nachhinein ein akuter Flüssigkeitsmangel als alleinige Ursache festzustellen war. An Symptomen zeigten sich zunächst eine deutliche Abnahme des Appetits, die Tiere verweigerten zuerst die Aufnahme von Heu, es folgten Gewichtsabnahme, Mattigkeit, Struppigwerden des Felles, einsinken der Augen, wegen zunehmender Schwäche der Hinterextremitäten kamen die Tiere zum liegen, führten krampfartige Ruderbewegungen aus, atmeten schwer und verendeten schließlich. Bis dato wurden diese Tiere mit Kraftfutter, Heu und nicht allzu wasserhaltigem Saftfutter gefüttert, zusätzliche Tränken fehlten. Nachdem die Ursache bekannt wurde, reichte man zusätzliches Trinkwasser, die überlebenden Tiere erholten sich rasch, weitere Todesfälle blieben aus. Der Trinkwasserkonsum ist abhängig von der Nahrungszusammensetzung (besonders bei rohfaserreichen Rationen oder ausschließlichen Trockenfuttergaben erhöht), dem Alter und Körpergewicht (bei Jungtieren liegt der Wasserbedarf in Relation zum Körpergewicht höher und nimmt mit zunehmenden Gewicht ab), Leistung (Laktation), sowie äußeren Einflüssen (Umgebungstemperatur). Quellennachweis: Grundlagen für die Zucht und Haltung der wichtigsten Versuchstiere Siegfried Jung, Gustav Fischer Vertag, Stuttgart, 1962
WundenKleinere, relativ oberflächliche Wunden (z.B. Bissverletzungen oder Kratzwunden) können bis zur Abheilung täglich mit einem geeigneten Desinfektionsmittel (z.B. Betaisodona- Salbe) versorgt werden. Wunden müssen sauber sein (frei von Schmutzpartikeln, Fremdkörpern, Krankheitserregern) um heilen zu können, daher sind sie vor ihrer Versorgung zu inspizieren und ggf. zu reinigen. Zum anschließenden auftragen des Desinfektionsmittels auf die Wunde eignen sich Wattestäbchen. Ein Verband ist nicht zwingend erforderlich, solange die verletzte Stelle nicht direkt mit Schmutz in Kontakt kommt. Bei Kratzwunden nach der Ursache (z.B. Grabmilbenbefall, Allergie) suchen und diese bekämpfen. Wunden vor Fliegen schützen (Krankheitsüberträger und einige Arten legen auch ihre Eier in Wunden ab), besonders bei Außenhaltung in den Sommermonaten. Blutende Wunden (z.B. Krallenverletzungen durch zu starkes zurückschneiden der Krallen) können mit einem blutstillenden Mittel wie z.B. „Eisen III chlorid 15%“ (Apotheke) auf eine Kompresse aufgetragen und unter Anwendung von Gegendruck -bis Blutung steht- erstversorgt werden. Anschließend desinfizieren. Größere oder infizierte Wunden (durch Hefepilze, Eitererreger oder andere bakterielle Erreger) sollten von einem Tierarzt (oder unter dessen Anleitung) behandelt werden! Infizierte Wunden zeigen nur eine sehr schlechte Heiltendenz und bedürfen deshalb einer speziellen Behandlung mit geeigneten Mitteln. Solche Wunden sind besser durch einem Verband zu schützen. Tiefere Wunden müssen immer von innen nach außen abheilen, d.h. sie dürfen sich an der Oberfläche nicht eher schließen bis die Wundsekretion abgeschlossen ist. Nekrotisches Gewebe (zerstörtes, zersetztes Gewebe durch Zelluntergang) in Wunden kann die Heilung behindern. Es muß u.U. chirurgisch entfernt werden. Gelbe Fibrinbeläge in der Wunde können mit enzymatischen Wundreinigungsmitteln [z.B. mit Nekrolytan- Salbe aber auch Theranekron (zur Injektion, zur besseren Abgrenzung von nekrotischen u. entzündlichen Prozessen) haben sich bewährt] abgelöst werden. Besonders schlecht heilen Wunden an den Fußballen (Ballengeschwüre). Bei Ballengeschwüren müssen die Pfötchen täglich behandelt und verbunden werden, wobei man auf Wickelverbände möglichst verzichten sollte (Gefahr von Abschnürungen). Geeignet ist als Wundauflage ein kleines Stückchen Mullkompresse, welches am Beinchen mit Fixomull stretch befestigt wird. Klebeverbände lassen sich mit Wundbenzin wieder schmerzlos abweichen / entfernen. Erreger, die durch die Eintrittspforte „Wunde“ in den Körper gelangen, können Abszess- Bildungen verursachen, was bei Meerschweinchen gar nicht so selten vorkommt. Selbst Fistelbildungen sind möglich. Daher sind Wunden täglich auf Schwellungen/ Verdickungen/ Verhärtungen zu kontrollieren. Wundhöhlen können zu Beginn für einige Tage mit 3% igem Wasserstoffperoxyd und anschließend mit Ringer- Lösung gespült werden. Die Wunde wird dadurch gereinigt bzw. von eitrigen Sekreten und Gewebstrümmern befreit. Anschließend und auch für die nachfolgenden Tage wird die Wundhöhle täglich desinfiziert durch Spülung z.B. mit Betaisodona- oder Lavasept- Lösung oder antibiotisch versorgt (z. B einbringen von Leukase- Kegeln in die Wunde). Nach der Spülung mit Betaisodona- Lösung kann man anschließend auch nochmal Betaisodona- Salbe in die Wundhöhle geben, da diese durch ihre Haftkraft bedingt noch dauerhafter einwirken kann.
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