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Thema: Krankheiten - Buchstabe T TalgdrüsenTalgdrüsen sitzen in der Haut an den Haaren. Sie sondern in die Spalträume der Haarwurzelscheiden einen u.a. aus Fett und Drüsenzellen gebildeten Talg ab, der die Aufgabe hat, die Haut vor Austrocknung zu schützen und das Haar geschmeidig zu halten. Meerschweinchen besitzen oberhalb ihres Steißbeins eine nahezu haarlose Region, an der sich eine recht große Ansammlung von Talgdrüsen konzentrieren, von daher ist diese Stelle und auch die Behaarung um dieses Gebiet herum recht fettig und verklebt. Diese Talgdrüsenzone am Steiß der Meerschweinchen wird zusammenfassend als Glandula caudalis bezeichnet und ist bei Böcken stärker ausgeprägt als bei Weibchen. Manche Züchter behaupten sogar, dass sie bei sehr potenten Böcken besonders groß ausgeprägt wäre. Ob dem tatsächlich so ist, entzieht sich allerdings meinen Kenntnissen. Talgdrüsen können teils auch eine Duftdrüsenfunktion haben. Eine solche Funktion wird auch der Glandula caudalis der Meerschweinchen zugeschrieben. Von einer krankhaft gesteigerten Talgdrüsenüberproduktion der Glandula caudalis kann man dann ausgehen, sobald nicht nur die Steißregion, sondern das ganze Fell bis fast Hüfthöhe verfettet ist. Hier sollte man sicherheitshalber vom Tierarzt abklären lassen, ob evtl. eine Hautentzündung (starke Verschmutzung/ Hautpilz / Milben/ bakterielle Ursachen?) zu dieser Irritation geführt hat. Entsprechend den Ursachen müßte dann auch behandelt werden, inkl. Säuberung der Drüse. Eine Teilwaschung der Hinterhand mit einem medizinischen, bzw. desinfizierenden, entzündungshemmenden Shampoo (z.B. Hexocil) oder einem milden Shampoo gegen Seborrhoe könnten hilfreiche Maßnahmen sein. Überschüssiges Fett kann auch aufgesaugt werden durch einpudern der Hinterhand mit Kartoffelstärke, welches man hinterher wieder ausbürsten kann. Eine weitere relativ talgdrüsenreiche Region fällt auch an den Ohrrändern auf. Besonders wenn dortige Talgablagerungen nie entfernt werden, wirken die Ohrränder regelrecht gezackt und unschön. Kommt es zur Verstopfung von Talgdrüsenausgängen kann es zu Anschoppung von Sekret und Vergrößerung der Drüsen kommen, was dann u.U. zu kleinen Knötchenbildungen in der Haut führen kann. Auch Talgdrüsenadenome können daraus entstehen, die als immer größer werdende Bollen an der Haut sitzen. Sie sind zwar harmlos, sollten aber dennoch gut beobachtet und bei zu starker Umfangsvermehrung besser operativ entfernt werden, um zu verhindern, dass daraus Entzündungen oder schlecht heilende Wunden resultieren.
TaubheitKann als Folge einer nicht rechtzeitig behandelten Innenohrentzündung auftreten. Hörende Meerschweinchen reagieren auf schrille Pfiffe mit Ohrenzucken, ein taubes Meerschweinchen zeigt keinerlei Reaktionen, sie orientieren sich nur noch durch ihren Geruchsinn und Sichtkontakt.
Torticollis, siehe Kopfschiefhaltung
ToxoplasmoseErreger: Toxoplasma gondii [= Einzellige Sporentierchen, die den Kokzidien angehören und mehrere komplizierte Entwicklungsstadien (ungeschlechtliche + geschlechtliche Vermehrung, mit infektiösen und nicht infektiösen Stadien) durchmachen] Allgemeines: Die Toxoplasmose zählt zu den Zoonosen und ist eine meldepflichtige Infektionserkrankung, welche besonders von schwangeren Frauen gefürchtet wird, da diese Erreger (bei Erstinfektion der Mutter) eine große Gefahr für die ungeborenen Kinder (Missbildungen, Totgeburt etc.) darstellen. Zahlreiche Säugetiere, Vogelarten und auch der Mensch können sich infizieren. Infizierte Meerschweinchen bedeuten keine Ansteckungsgefahr für die Menschen! Meerschweinchen gelten als Zwischenwirte und scheiden die Erreger nur in ihren nicht infektiösen Stadien aus, während Katzen als die einzigsten Endwirte infektiöse Stadien des Erregers mit dem Kot ausscheiden. Infektiös ist daher nur der Katzenkot, sowie alles was damit in Berührung (Erde, Pflanzen…) kommen kann. In der Umwelt kann der Erreger viele Monate überleben. Als weitere Infektionsquelle gilt für Menschen zudem noch der Genuss von rohen Fleischwaren und ungewaschenem, kontaminiertem Obst + Gemüse (dies gilt natürlich auch für unsere Meerschweinchen). Übertragungswege:
Verlauf: Die Erkrankung kann sich in ihrer Ausprägung sehr variabel zeigen, d.h. von ausgesprochener Symptomarmut (meistens) bis hin zu ganz gravierenden Krankheitsanzeichen in Akutfällen. Die Erreger können aus dem Darm über den Lymphweg in sämtliche Organe, inkl. des Gehirns, gelangen. Symptome:
Nachweis: Antikörpernachweis im Blut, Bauchwasserpunktat, Obduktion verstorbener Tiere (Diagnostik per Kotprobe meist zu ungenau, da der Erreger nicht regelmäßig ausgeschieden wird) Behandlung: Toltrazuril, Sulfonamide oder Sulfonamid/ Trimethoprim- Kombi.
Quelle: * Infektionen und Infektionskrankheiten bei Laboratoriumstieren, N.-C. Juhr / H.-H. Hiller, Paul Parey- Verlag, 1973 * Ilse Hamel, Das Meerschweinchen als Patient, G. Fischer Verlag. * Bericht: Claudia Ludwig (http://www.hr-online.de/d/themen/ratgeber/ratgeber_einzel_jsp/key )
Trächtigkeitstoxikose, siehe Seite „Zucht & Show“
TränenflussEin Verstopfter Tränenkanal, Zugluft, Bindehautentzündungen auch im Rahmen von Infektionserkrankungen, Zugluft, Fremdkörper im Auge, Verletzungen des Auges, reibende Wimpern auf dem Auge (z.B.durch Rolllied) zählen zu den möglichen Ursachen von tränenden Augen. Als Erstehilfemaßnahme sollte man sofort das Auge auf mögliche Fremdkörper unter Ober- und Unterlid inspizieren, dabei sehr gründlich schauen, da z.B. spitze Getreidespelzen oder kleinste Heuhälmchen sehr tief in den Schleimhautfalten der Lider verstecken können. Niemals ohne tierärztlichen Rat irgendwelche antibiotische- oder gar cortisonhaltige Augentropfen auf eigene Faust anwenden! Bei Hornhautverletzungen ist Kortison kontraindiziert, da dies zur Erblindung führen kann.
Tränenflüssigkeit, milchig weißeDurch bestimmte Reizungen oder Manipulationen am Auge – oft dann zu beobachten, wenn sich die Tiere ihre Augen putzen – schießt eine weiße, milchähnliche Flüssigkeit ins Auge, die nach kurzer Zeit wieder spontan verschwindet. Dies ist nichts Krankhaftes und braucht nicht erschrecken.
trinken, übermässigesÜbermäßiges Trinken kann auf eine Erkrankung (z.B. Nieren, Diabetes) hindeuten, kann aber auch auf darauf hindeuten, das der Flüssigkeitsgehalt im Saftfutter nur sehr gering ist oder zu wenig Saftfutter gefüttert wird. Die Aufnahme von 100ml Wasser pro Tag sind aber durchaus normal, wobei es sehr variieren kann, wie viel jedes einzelne Meerschweinchen tatsächlich trinkt. Es gibt auch Meerschweinchen die aus Langeweile trinken oder weil sie die Flasche leer spielen. Trotzdem niemals das Trinkwasser vorenthalten!
Trommelsucht, siehe Blähbauch
Tympanie, siehe Blähbauch
Tyzzers DiseaseDer Erreger dieser Erkrankung nennt sich Bacillus piliformis. Ein gramnegatives, sporenbildendes Bakterium. Er wird oral bzw. durch Aufnahme sporenhaltiger Ausscheidungen infizierter Tiere (auch andere Nager wie Mäuse, Ratten, Hamster, Gerbils, Kaninchen inkl. Wildnagern kommen als Überträger in Frage) übertragen. Die Erkrankung wird besonders durch unsaubere Haltung und Stressfaktoren (zu hohe Besatzdichte im Käfig...) gefördert. Abwehrgeschwächte, tragende Weibchen und Jungtiere sind besonders gefährdet akut zu erkranken. Symptome: Plötzliche Todesfälle ohne vorherige Symptome (besonders Jungtiere), Apathie, Appetitlosigkeit, Abmagerung, gekrümmte Sitzhaltung, Darmentzündung mit zeitweiligem Durchfall, der wässrige Konsistenz annehmen und auch blutig sein kann, Gewebsuntergang in Darm und Leber. Nachweis: serologisch oder histologisch (Obduktion verstorbener Tiere) Behandlungsmaßnahmen: Isolation erkrankter Tiere, Verbesserung der Haltungsbedingungen, Stärkung des Immunsystems. Medikamentös galt die Erkrankung sehr lange als unbehandelbar. Zur Behandlung können jedoch Tetracycline (Oxytetracyclin) versucht werden. Persönliche Anmerkung: Mir ist bisher nur ein einziger Fall in puncto Tyzzer´sche Erkrankung in einem Meerschweinchen- Bestand bekannt geworden. Bei einem Züchter starben plötzlich reihenweise sehr viele Jungtiere oder auch manche Mütter ohne erkennbare Ursachen, einige Bestandstiere zeigten wiederum heftigen Durchfall. Die Erkrankung konnte dann anhand einer Obduktion diagnostiziert werden. Quelle: * Infektionen und Infektionskrankheiten bei Laboratoriumstieren, N.-C. Juhr / H.-H. Hiller, Paul Parey- Verlag, 1973 * Ilse Hamel, Das Meerschweinchen als Patient, G. Fischer Verlag. * Lehrbuch der veterinärmedizinischen Bakteriologie, Hans- Joachim Selbitz, Gustav Fischer- Verlag, 1992.
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