Thema: Krankheiten - Buchstabe G

 

Gebärmutter, siehe unter Seite „Zucht“

 

Gebärmutterentzündung                                               Erste Anzeichen sind Blutungen aus der Scheide, die auch Eiter enthalten können. Manche Tiere humpeln hinten manchmal beim laufen. Nicht immer ist das Allgemeinbefinden sofort gestört. Es stellt sich Unwohlsein ein und Abnahme des Appetits

Antibiotikabehandlungen greifen oft schlecht bei Gebärmutterentzündungen, können aber versucht werden.      Sollte eine medikamentöse Behandlung nicht anschlagen, sollte man nicht zu lange zögern die Gebärmutter operativ entfernen zu lassen.

 

Gebärmutterverdrehung, siehe unter Seite „Zucht“

Gebärmuttervorfall, siehe unter Seite „Zucht“

Gebissfehlstellung, siehe Zahnfehlstellung

Geburtsstockung, siehe unter Seite „Zucht“

Geburtsstörungen, suche auf Seite „Zucht“

Gehör, siehe Hörvermögen

Gesäugeentzündung, siehe unter Seite „Zucht“

Gestationsketose, siehe Seite „Zucht“unter Trächtigkeitstoxikose

 

Grabmilben

Die für Meerschweinchen spezifische Grabmilbenart nennt sich Trixacarus Caviae.                        Grabmilben sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Sie bohren Gänge unter die oberen Hautschichten, in denen sich überwiegend die weiblichen Milben zwecks Eiablage aufhalten, während die männlichen eher auf der Hautoberfläche zwecks “Brautschau” flanieren. Die Larven schlüpfen etwa nach 8 Tagen aus und es dauert noch weitere 2 Wochen, bis sie erwachsen sind, um sich dann selbst fortpflanzen zu können. Außerhalb ihres Wirtes können sie sich in aufgerautem Holz, in Ritzen oder auch gern z.B. im Stroh aufhalten bzw. auch mit dem Stroh in den Meerschweinchenbestand eingeschleppt werden. Ohne Nahrung, d.h. außerhalb ihres Wirtes, sterben sie nach 3 Wochen.

Ein Grabmilbenbefall wird oft erst bemerkt, nachdem sich die Milben auf einem Tier bereits stark vermehrt haben.

Die Ausbreitung beginnt an Ohrengrund, dann Nacken- und Schulterbereich und kann sich von dort aus über den ganzen Körper erstrecken.

Symptome: Hautreizungen bzw. Rötungen mit Irritation der Hautnerven, die Meerschweinchen sind an den betroffenen Stellen recht berührungsempfindlich, entzündete aufgeraute Haut teils mit Schuppen und blutigen Grindern, starke Unruhe mit heftigstem Juckreiz u.U. bis hin zu epilepsieartigen Anfällen, es kommt zu Fellverlust und Kahlstellen, Auszehrung und Tod.                                                In Kratzwunden können sich zu allem Übel zusätzlich Hautpilze oder Bakterien ansiedeln und dadurch den Zustand noch verschlimmern.

Diagnose: Eine Hautgeschabsel- Untersuchung zum Nachweis / Ausschluss eines Grabmilbenbefalles, gibt nicht selten falsche negative Ergebnisse, d.h. es können sogar mehrere Untersuchungsergebnisse “negativ” lauten, obwohl die Tiere dennoch mit Grabmilben befallen sind. Es ist ein wenig Glücksache, dass ausgerechnet im Geschabsel Milben oder Teile davon nachzuweisen sind, von daher ist diese Methode etwas ungenau. Einen Hautpilz- Befall könnte man allerdings, wegen ähnlichen Symptomen, per Kultur ausschließen lassen!

Behandlung: Kontaktgifte zur Behandlung, wie z.B. Parasitenpuder, Sprays oder Badelösungen genügen völlig bei Befall mit Pelzmilben oder Haarlingen, die nur auf der Hautoberfläche oder an den Haaren leben, jedoch die Grabmilben unter der Haut werden nur sehr schlecht erreicht, weshalb diese Mittel oft keinen zufriedenstellenden Dauererfolg bringen.

Die bis jetzt wirksamsten Mittel zur Behandlung gegen Grabmilben bei Meerschweinchen enthalten Wirkstoffe aus der Avermectingruppe (z.B. Ivomectin, Doramectin, Selamectin). Diese Wirkstoffe wirken gegen bestimmte Wurmarten als auch gegen Ektoparasiten.

Ivomec (Ivomectin) und Dectomax (Doramectin) gibt es entweder als Injektionslösung oder als spezielle Pour- On- Lösungen, die ausschließlich für die Einreibung in die Haut gedacht sind. Stronghold (Selamectin) ist nur zum Auftragen auf die Haut gedacht.

Diese Wirkstoffe töten die Milben über den Blutweg ab, genauer gesagt, wird der Wirkstoff in Leber + Fettgewebe gespeichert und von dort allmählich in den Körper wieder frei gegeben.

Um auch die Nachzucht der Milben abzutöten, sind insgesamt bis zu 3 Injektionen/ Einreibungen im Abstand von 8-10 Tagen nötig. Die Dosierung richtet sich nach Alter und Gewicht der Meerschweinchen, wobei Jungtiere erst ab 3 Monaten für eine Injektionsbehandlung in Frage kommen.

Tragende Weibchen sollten besser nicht (außer in extremen Härtefällen, nach vorheriger Rücksprache mit dem Tierarzt) damit behandelt werden.

Avermectine nur bei Befall anwenden, dann aber alle Tiere in 1 Käfig gleichzeitig behandeln und eine Neu- Behandlung (falls erforderlich) frühestens nach 4 Monaten durchführen.

Neben der guten Wirksamkeit von Avermectinen darf man ihre Giftigkeit nicht unterschätzen, auch wenn es von den Meerschweinchen i.d.R. gut vertragen wird. D.h. keine vorbeugenden Behandlungen (diese sind sinnlos, da keine Langzeitwirkung besteht) bei Tieren ohne den Rat eines Tierarztes durchführen, sondern nur bei Befall!

Anmerkung zu den Behandlungsmethoden:                                      Meinen Erfahrungen nach sind Pour- On - Lösungen (für die äußerliche Anwendung) gg. Ektoparasiten genauso effektiv von ihrer Wirksamkeit her wie die Injektionsmethode, wobei ersteres vielleicht noch etwas schonender für die Tiere ist und deshalb besonders für bereits geschwächte Tiere einer Injektionsbehandlung vorzuziehen ist. Die Pour- On- Lösungen zur äußerlichen Anwendung wurden nach meinen Erfahrungen auch von Jungtieren ab 4 Wo. problemlos vertragen.

Weiter bestehender Juckreiz nach erfolgter Behandlung kann folgende Gründe haben:                      Die irritierten Hautnerven erholen sich nur sehr langsam, weiterhin sind die abgestorbenen Milben unter der Haut für den Körper “Fremdeiweisse”, die erst allmählich mit der Erneuerung der Haut herauswachsen müssen, daher klingt auch der Juckreiz nicht sofort ab, ist aber i.d.R. bis 1 Woche nach abgeschlossener Behandlung behoben.

                                                                                    Vorbeugungsmaßnahmen :

8 Tage nach Behandlung kann sich jedes Tier theoretisch neu infizieren, wenn man versäumt, die Umgebung, d.h. Käfig und Inventar entsprechend zu desinfizieren. Milben ziehen sich gern in Holzritzen oder raues Holz, daher ist die Haltung in Käfigen mit glatten Flächen oder aus beschichtetem Holz am geeignetsten. Bei Befall (oder zwischendurch mal zur Vorbeugung) kann man die Käfige und Häuschen bei jedem misten aussprühen, z.B. mit Bactazol- Spray (Apotheke). Einstreu und Tiere erst wieder nach dem trocknen der Käfige / Häuser einstreuen / einsetzen.

Während einer Behandlung keine Haltung auf Heu oder Stroh (Außenhaltung im Winter ausgenommen)! Dort können sich Milben hinziehen. Natürlich darf Heu zur Verfütterung nie fehlen, dieses deshalb aus Raufen füttern.

Die Abwehrkräfte müssen gestärkt werden, da Milben am ehesten abwehrgeschwächte Tiere befallen. D.h. die Tiere benötigen viel Vitamin C! Deshalb zusätzlich Ascorbinsäure- Pulver (Apotheke, 1 Messerspitze  auf ca. 300ml Trinkwasser, zum auflösen gut schütteln, tgl. neu ansetzen, da es sehr schnell wirkungslos wird) ins Wasser geben.

 

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