Thema: Krankheiten - Buchstabe F

 

Fellverlust, siehe Haarausfall

 

Fettdrüse, siehe Talgdrüse

 

Fettleber, siehe Leberverfettung

 

Fetty Eye

Diese Augenerkrankung, die in Holland „Speckauge" genannt wird, trifft man am häufigsten bei Meerschweinchen- Rassen mit ausgeprägt dicken Köpfen an, (England nennt hier die Cremes, die Weißen und Rex- Meerschweinchen). Da es sich um eine Erbkrankheit handelt, bleibt davor jedoch keine Rasse verschont und kann daher bei allen Meerschweinchen auftreten.      

Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine Vorwölbung des weißen Bindehautsacks aus dem Unterlid, eines oder beider Augen. Das Unterlid wird dadurch heruntergedrückt, es entstehen Hängelider.

Das Fatty Eye bzw. Speckauge ist bei Neugeborenen noch nicht vorhanden, sondern tritt erst in zunehmenden Alter (etwa ab ½ Jahr) in Erscheinung.

Die ersten Anzeichen können eine Bindehautentzündung vortäuschen. Erst wenn der Bindehautsack deutlich hervorgequollen ist, wird die Ursache klar. Eine Behandlung gibt es dafür bislang nicht. Meerschweinchen mit Fatty Eye soll man aus der Zucht ausschließen, da sich diese Erkrankung auch über einige Generationen versteckt weitervererben kann. Dieser „Schönheitsfehler" der Augen beeinträchtigt die Meerschweinchen zwar nicht in ihrer Lebensqualität, dennoch sollte jeder bestrebt sein, nur mit gesunden Tieren zu züchten. Dies wird seitens der Meerschweinchen- Preisrichter dadurch unterstützt, indem Meerschweinchen mit Fatty Eye auf Ausstellungen disqualifiziert  werden!

 

Fieber

Meerschweinchen haben eine höhere Normaltemperatur als der Mensch. Fieber kommt selten vor.             Die Temperatur liegt bei 37,4 – 39,7° C.                                                      Die Temperatur lässt sich überprüfen durch messen im After mittels digitalem Fiebermesser.

 

Fliegenmaden

Besonders die Meerschweinchen in Außenhaltung laufen Gefahr Bekanntschaft mit den grünmetallic schillernden Goldfliegen oder auch anderen Arten zu machen, die gerne ihre Eier an Kadavern als auch an Lebendobjekten in Wunden oder am kotverschmierten After ihrer Opfer (Mensch und Tier) ablegen. Binnen eines Tages schlüpfen daraus bereits die gefräßigen Larven, die sich von Gewebe ernähren und sich dazu auch in tiefere Regionen bohren. Besonders werden kranke (z.B. auch bei bestehendem Durchfall) oder geschwächte Tiere angeflogen.

Behandlung: Die Maden sollten zunächst, soweit sichtbar, manuell entfernt werden. Wunden können vom Tierarzt vor entsprechenden Desinfektionsmaßnahmen (z.B. mit Betaisodonna) mit Wasserstoffsuperoxyd 3%, sowie anschließend mit einer Ringerlösung gespült werden. Sind die Maden bereits ins Körperinnere gewandert, müßte mit Ivomec oder ähnlichem behandelt werden.

Quelle: Hautkrankheiten bei Heimtieren, M.Fehr, Der praktische Tierarzt 10/90.

 

Flüssigkeitsmangel, siehe auch Wassermangel

Die Gefahr eines Flüssigkeitsmangels ist immer dann gegeben, sobald Flüssigkeitsein- und Ausfuhr in einem Missverhältnis zueinander stehen.

Meerschweinchen haben einen enorm hohen Gesamtwasserbedarf, d.h. dieser kann bis zu 245 ml /kg Körpergewicht am Tag betragen. Eingerechnet wurde dabei natürlich auch der Flüssigkeitsgehalt im Futter.

Ohne Futter gerechnet liegt der Wasserbedarf (d.h. die eigentliche Trinkwassermenge) bei ausgewachsenen Meerschweinchen durchschnittlich etwa bei 112 ml pro Tag. Jungtiere haben, im Verhältnis zu ihrem Gewicht, einen noch höheren Wasserbedarf, dieser liegt im Alter von ca. 3 Wochen etwa bei 42 ml und bei 8- wöchigen bei 144 ml, nimmt aber dann mit zunehmendem Alter und Gewicht wieder ab.

Der Wasserkonsum richtet sich jeweils nach dem Alter, der Futtermenge (bei Futtermangel erhöht) und seiner Zusammensetzung (nimmt bei rohfaserreicher Kost zu), nach den Klimaverhältnissen (im Sommer höher als im Winter), Leistungen (gesteigert bei Trächtigkeit und Laktation) der Tiere und kann bei Bestehen bestimmter Erkrankungen krankhaft erhöht sein (z.B. Nierenerkrankungen, Diabetes, Morbus Cushing ).

Wasser geht dem Körper verloren über die Atmung (bei einem 1000g schweren MS etwa 1,7g pro Std.), durch die Urinausscheidung (ist abhängig von der Wasseraufnahme, liegt aber im Schnitt am Tag bei ca. 51ml / kg Köpergewicht. Sie kann krankhaft gesteigert sein z.B. bei Nierenschäden, Diabetes und Morbus Cushing), durch Verdunstung über die Haut (gesteigert bei Hitze, schwitzen, Fieber), durch die Kotausscheidung (u.U. bedrohlich gesteigert bei Durchfallerkrankungen) und auch durch Verlust anderer Körperflüssigkeiten wie z.B. Blut (durch operative Eingriffe).

Durch fehlendes Trinkwasserangebot verschlechtert sich die Futteraufnahmebereitschaft der Meerschweinchen (insbesondere für Trockenfutter), was zu Gewichtsverlusten führen kann und insbesondere für Zuchtweibchen u.U. auch die Gefahr eines möglichen Energiedefizites darstellen könnte.

Ein Mangel an Flüssigkeit begünstigt auch die Bildung von Blasen- und Nierensteinen.                      Die Zufütterung von “Saffutter” zum Trockenfutter bei Trinkwasserangebot ist für die dadurch bedingte höhere Urinausscheidungsmenge als optimal anzusehen.

Ein akuter Flüssigkeitsmangel kann auftreten, sobald die Futter/- Wasseraufnahme von den Meerschweinchen eingestellt wird, wenn nur wasserarme Kost ohne zusätzliches Trinkwasser angeboten wird oder wenn eine Darminfektion zu lebensbedrohlichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten führt. Bei Durchfällen besteht eine außerordentlich hohe Austrocknungsgefahr, d.h. die Meerschweinchen können u.U. binnen eines Tages daran sterben, wenn nicht sofortige Gegenmaßnahmen (Infusion usw.) ergriffen werden!

    Quelle: Aus dem Institut für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover/ Untersuchungen zur Ernährung des Meerschweinchens / IV Wasseraufnahme, Harnmenge und Harnzusammensetzung/ Jürgen ZENTEK, Helmut MEYER, Andreas TAU und Petra ADOLPH/ Kleintierpraxis 41, Heft 5 (1996), Seiten 313- 392.

 

 

Frakturen, siehe Knochenbrüche

 

Futterverweigerung, siehe Appetitlosigkeit

 

Früh- u. Fehlgeburt, siehe unter Seite „Zucht“

 

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