Thema: Krankheiten - Buchstabe E

 

 

Eierstockzysten

Eierstockzysten sollen bei Meerschweinchen sehr häufig vorkommen. Meist wird ihre Existenz nur dann bemerkt, wenn sie hormonell aktiv sind und sich in dem Fall so stark zu vergrößern beginnen, das sie in der Flankenregion im Bauchraum tastbar werden und der Bauchumfang an den Seiten sichtlich zunimmt. Die Zysten fühlen sich entweder glattwandig oder höckrig an, da sie mehr oder weniger stark auch Kammern bilden können. Sie können nur auf einer Seite oder auch beidseitig vorhanden sein.

Ein symmetrischer Haarausfall an den Bauchseiten und im Flankenbereich gehört mit zu den klassischen Symptomen. Dieser Haarausfall kann anfangs nur ganz diffus auftreten oder sich später auch in großen kahlen Flächen zeigen.

Manche Weibchen entwickeln Nymphomanie, d.h. sie jagen und besteigen permanent andere Käfiggenossen- und Genossinnen. Eierstockzysten können zu Sterilität führen. Sie können enorme Größen (bis ca. Hühnereigröße) erreichen, weshalb die Gefahr besteht, das dadurch andere Organe verdrängt werden oder das sie platzen, wobei letzteres u.U. zum Tod der Tiere führen kann.

Ein punktieren der Zysten zwecks Entleerung bringt nur vorübergehenden Erfolg und ist auch nicht ganz ungefährlich, da Nachblutungen in die Zyste oder in den Bauchraum nebst Infektionsgefahr möglich sind.

Bevor man sich zu einer operativen Entfernung der Zysten entschließt, sollte man die Homöopathie oder eine hormonelle Behandlung zur Normalisierung des Hormonhaushaltes nicht unversucht lassen, denn hier zeigten bislang die einen oder anderen Mittel schon recht zufriedenstellende Erfolge. Wenn es auch nicht gelingt die Zysten ganz zum verschwinden zu bringen, so können diese Mittel jedoch zumindest eine weitgehende Rückbildung bewirken und für ein nachwachsen der Behaarung sorgen. Ist eine Operation unumgänglich, sollte man nicht zu lange zögern, damit die Weibchen noch in einem möglichst stabilen Zustand in die Narkose gehen.

Da Eierstockzysten bei Weibchen ohne “Männergesellschaft” prozentual um einiges häufiger vorkommen sollen als bei Weibchen mit Männergesellschaft, ist anzunehmen, das sich die Anwesenheit eines Männchens (oder Kastraten) auf ihren Hormonhaushalt regulierend auswirkt.

Ein recht guter Bericht über die verschiedenen möglichen Medikationen befindet sich unter folgendem Link:      http://home.t-online.de/home/strick-stube/zyst.htm

 

Einschläfern

Übersetzt bedeutet Euthanasie „schöner Tod“. Gemeint ist damit die Durchführung einer aktiven Sterbehilfe für ein Tier (oder ein anderes Lebewesen) durch einen Mediziner.

Über Leben und Tod entscheiden zu müssen, fällt weder einem Tierarzt einfach, dessen Bestimmung es eigentlich ist, das Leben der Tiere zu erhalten, noch dem Tierhalter selbst.

Mit einer Euthanasie sollen einem Meerschweinchen, welches unter einer schweren, unheilbaren Erkrankung zu leiden hat, unnötig lange Qualen bzw. Schmerzen oder Siechtum erspart werden.

Jeder Tierhalter wünscht sich für sein geliebtes schwerkrankes Tier natürlich einen möglichst sanften, schmerz- und angstfreien als auch raschen Tod. Dem wird in heutiger Zeit auch weitgehend entsprochen, indem das Tier vor der eigentlichen Tötungsspritze (ein Mittel das zu einem raschen Herz- und Atemstillstand führt) erst narkotisiert wird, damit das plötzliche Aussetzen der Atmung nicht zu Erstickungsgefühlen oder Angstzuständen führt und ihm dadurch auch das bewusste Miterleben der sicher recht unangenehmen Applikationsart des Tötungsmittels (in Herz, Lunge oder Bauchraum) erspart bleibt.

Die Narkose sollte Idealerweise so tief sein, das alle Reflexbewegungen ausgeschaltet sind, in Einzelfällen sind sie jedoch nicht immer völlig vermeidbar. Nach der Narkoseinjektion kann der Tierhalter sein Tier in seinen Armen halten, um ihm Sicherheit zu vermitteln, kann von ihm Abschied nehmen und es streicheln, bis es friedlich eingeschlafen ist. Erst dann erhält das Tier seine Tötungsspritze und wird danach so lange beobachtet, bis alle Lebenszeichen sicher erloschen sind.

Besteht bei einem verstorbenen Meerschweinchen der Verdacht einer anzeigepflichtigen Seuche, muss es in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt verbrannt werden. Ansonsten ist das Beerdigen verstorbener Meerschweinchen im eigenen Garten (außer in Wasserschutzgebieten) erlaubt.

Die vorgeschriebene Grabtiefe beträgt für einen Meerschweinchenkörper mindestens 60 cm.                Das deutsche Tierkörperbeseitigungsgesetz überlässt den einzelnen Bundesländern die Entscheidung, ob tote Meerschweinchen auch über den Hausmüll entsorgt werden dürfen oder nicht. Großstädter ohne Beerdigungsmöglichkeit in einem eigenen Garten müssen sich deshalb diesbezüglich Erkundigungen bei ihrer Stadt einholen.

Wer es sich finanziell erlauben kann, dem steht natürlich auch noch die Möglichkeit offen, sein Meerschweinchen in einem Tierkrematorium verbrennen und auf einem Tierfriedhof beisetzen zu lassen.

Adressen von Tierfriedhöfen oder nähere Infos über Haustierbestattung findet Ihr unter folgendem Link: www.haustierbestattung.de.vu

Es gibt verschiedene Mittel und Methoden ein Meerschweinchen zu euthanasieren.                         Berücksichtigt werden muss dabei, das jene Meerschweinchen, die aufgrund einer Herz- oder Lungenerkrankung anschließend für eine Obduktion vorgesehen sind, keinesfalls Injektionen in Herz oder Lunge erhalten (können das Obduktionsergebnis zunichte machen!).

Zwecks Obduktion (zur Feststellung der Krankheitsursache/n) muss der tote Tierkörper umgehend gekühlt gelagert werden und sollte so schnell wie möglich in einer Kühlbox in die Pathologie gebracht werden. Je länger die Kühlkette unterbrochen ist und je später die Sektion erfolgt, umso schwieriger wird es für den Pathologen, eine korrekte Diagnose stellen zu können. Man erhält nur dann bakteriologisch auswertbare Befunde wenn die Tiere innerhalb weniger Stunden untersucht werden können, da es nach dem Tod zur raschen bakteriellen Überwucherung durch die auswandernde Darmflora kommt und Fäulnis einsetzt.

Quelle: Bericht von T. Paar, unter Mithilfe von Dr. Nicole Jentzsch

 

Eiweißmangel                                                                               Ein Eiweißmangel kann auftreten bei Fütterung eines Alleinfutters mit einem Rohproteingehalt um 5,2 %.       Der Rohproteinbedarf für ein ausgewachsenes Meerschweinchen pro Tag liegt bei ca. 3 g / kg KG.             Nach Empfehlungen des Tierernährungsinstitutes der Tierärztlichen Hochschule Hannover, soll ein Alleinfutter, zur Vermeidung eines Eiweißmangels, 10 % Rohprotein enthalten, ausgegangen von einer täglichen Futterration von 40 – 60 g / kg KG.

Da in der Praxis aber kaum jemand ausschließlich Kraffutter füttert, sondern tgl. noch ausreichende Mengen an Grünfutter dazu, dürfte wohl kaum ein Eiweißmangel zu befürchten sein.

Symptome eines Mangels:                                                                 Hautentzündung, stumpfes Fell und Haarausfall, Wachstumshemmung, Jungtierfressen, größere Jungtiersterblichkeit, verspätete Geschlechtsreife, Sterilität.

Quelle:

  • Kleintierpraxis 41, Heft 2 (1996) , S. 77 – 152, Untersuchungen zur Ernährung des MS , II. Energie – u. J. Zentek, H. Meyer, P. Adolph, A. Tau, R. Mischke
  • G.Schmidt, „ Kleinsäuger“, Ulmer- Verlag, Stuttgart, 1973

 

Endometritis, siehe Gebärmutterentzündung

 

Entwicklungsstörungen, siehe  Seite „Zucht“ unter Wachstumsstörungen

 

Erbkrankheiten, siehe unter Seite „Zucht“

 

Erkältung                                                       Die Symptome können zunächst harmlos beginnen, d.h. sie können sich durch häufigeren Niesreiz mit oder ohne Husten ankündigen und dann u.U. zu schweren Krankheitsverläufen ausufern, im schlimmsten Fall sogar tödlich enden!

Zum Niesen kann Nasensekret hinzukommen, anfangs klar, später in eitriges Sekret Ã¼bergehend, entzündete + verklebte Augen, ungewöhnlich rasselnde Atemgeräusche, sträuben, Apathie, Appetitlosigkeit, Heiserkeit, Gewichtsverlust.

Bei der gefürchteten Lungenentzündung kommt erschwerte, heftig pumpende Flankenatmung hinzu.

Eine Erkältung verschwindet beim Meerschweinchen nicht so einfach wieder von selbst -wie vergleichsweise bei Menschen-, sondern bedarf auf jeden Fall einer Abklärung und Behandlung durch einen Tierarzt.

 

Euthanasie, siehe Einschläfern

 

Exikkose, siehe Flüssigkeitsmangel

 

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