Thema: Krankheiten -  Buchstabe D 

 

Darmvorfall

Ein Darmvorfall kann in seltenen Fällen bei Säuen durch eine besonders schwere Geburt (z.B. sehr große Früchte) und das damit verbundene starke Pressen verursacht werden. Auch ein gleichzeitiger Gebärmuttervorfall ist in solchem Fall schon vorgekommen. Vermutlich liegt bei solchen Weibchen eine veranlagte Schwäche des Beckenbodens vor, wobei das Bindegewebe um den Geburtszeitpunkt herum natürlich sowieso aufgelockerter ist als normal.

Eine andere Ursache für einen Enddarmvorfall kann eine bestehende Verdauungsstörung sein, die mit einer verstärkten Darmperistaltik einhergeht. Der herausragende Darmabschnitt muß vom Tierarzt vorsichtig zurück verlagert werden.

Um einen erneuten Vorfall der Analschleimhaut zu verhindern könnten nachstehende hömöopathischen Mittel hilfreich sein:

Aletris farinosa (stärkt Bindegewebe und den Bänderapparat von Becken, Gebärmutter und Enddarm), Calcium fluoratum (u.a. bei Bindegwebs- und Bänderschwäche, einsetzbar bei Darm- als auch Gebärmuttervorfall), Ignatia (wirkt u.a. auf weibliche Genitalien und ist auch einsetzbar bei Darmvorfall) oder Ruta graveolens (wirkt positiv auf Bänder, verletzte Gewebe, Muskeln, Knochen und wird u.a. auch bei Darmvorfall eingesetzt).

Quelle: * Verdauungsstörungen bei Kaninchen und Meerschweinchen, P.Hollmann, Tierärztliche Klinik für kleine Haustiere, Beuerberg/Loisachtal.

 

Dauerbrunst

Dauerbrünstigkeit kann bei Weibchen beobachtet werden, die an degenerativen Eierstockerkrankungen, z.B. Zysten, leiden. Dem zugrunde liegt eine funktionelle Störung des Hormonhaushaltes. Oft kann gleichzeitig auch eine Sterilität vorhanden sein.

Zur Behandlung können homöopathische Mittel versucht werden. Regulierende Wirkung auf den Hormonhaushalt hat Aristolochia D4 ( ist allerdings etwas in Veruf geraten, d.h. gilt u.U. als krebserregend) oder Clematis D4, welche man bei Vorhandensein von Zysten mit Apis mellifica kombinieren kann. Weitere Mittel gegen die Nymphomanie sind Cantharis, Bufo, sowie bei Zysten und Sterilität auch Aurum metallicum. Genaue Angaben über die Dosierung erfährt man von einem Heilpraktiker für Tiere oder einen Tierarzt mit entsprechender Zusatzausbildung.

Quelle: Klinische Homöopathie in der Veterinärmedizin , 5.Auflage, Haugverlag, H. Wolter

 

Deckunfähigkeit, siehe Seite Zucht unter „Fruchtbarkeitsstörungen“

 

Demodexmilbe

Verursacher der Demodikose bei vielen verschiedenen Tierarten. Artspezifisch für MS ist Demodex caviae, allerdings sind anhand von Untersuchungen auch schon Infektionen mit der hundespezifischen Art Demodex cunis festgestellt worden. 

Sollte mal ein Behandlungserfolg gegen einen geglaubten Grabmilbenbefall ausbleiben, könnte evtl. auch ein Demodex- Befall (= Haarbalgmilbe, d.h. sie bohrt sich der Länge nach in die Haarbälge, also in die Löcher, in denen die Haare eingepflanzt sind) die Ursache sein. Bei Demodex ist es so, dass bei dem betroffenen Tier meist eine Immunschwäche vorliegt, da diese Haarbalgmilben Kommensalen sind und erst sichtbare Symptome nach Massenvermehrung machen.

Bei Meerschweinchen ist die Demodikose zwar sehr selten, kommt aber gelegentlich vor.                   Infektionen können evtl. anhand von Hautgeschabseln mikroskopisch nachgewiesen werden.                  Die Übertragung findet durch direkten Kontakt zu anderen Tieren statt.

Krankheitsbild:                                                                          Hautveränderungen mit Haarausfall, besonders an Bauch und Flanken, feinste Schuppen und leichter Juckreiz. Die Haut sieht optisch manchmal aus, wie von vielen kleinen, blutigen Nadeleinstichen übersät, diese Stellen sind leicht erhaben und von rötlich entzündlichen Höfen gesäumt, auch die übrige Haut ist gereizt und rau.

Behandlung:                                                     Demodexmilben sprechen auf die normale Ivomec-Dosis meist nicht an, sondern benötigen zur Bekämpfung die doppelte Dosis an Ivomec. Alternativ zur Injektion bei Demodex- Befall sind Bäder mit  Ectodex - Lösung (normal für Hunde, Dosierung: 1 ml Ectodex auf 200 ml Wasser ….das ist eine schwächere Konzentration als die, die für den Hund angegeben wird! (Bezogen auf den Wirkstoff ist das eine 0,025%ige Amitrazlösung.) Dieses Mittel ist recht giftig, daher ….. Zuerst die vordere Körperhälfte behandeln, 4 Tage später die hintere und dann alle 4 Tage immer abwechselnd die vordere und hintere Hälfte bis über das Abklingen der klinischen Erscheinungen hinaus. Der Kopf soll nicht benetzt und die Augen mit einer Salbe geschützt werden. Handschuhe tragen! Nach der ersten Behandlung sind manche Tiere oft sehr müde bzw. apathisch, bei den Folgebehandlungen meist nicht mehr. Die Behandlungsdauer erstreckt sich etwa über 3 Wochen.

Quelle: Kleintierpraxis 24, Heft 7/1989,S.337-338, Klinik f. kl. Haustiere der Uni Bern , Demodikose beim MS , Willi Häfeli

 

Dermatitis, siehe Hautentzündung

 

Dermatomykosen, siehe Mykosen

 

Diabetes

Erkrankung der Bauchspeicheldrüse mit mangelnder oder fehlender Insulinproduktion, woraus eine Glukose - Stoffwechselstörung bzw. die Zuckerkrankheit resultiert.

1973 wurde erstmals vom Auftreten eines spontanen Diabetes mellitus bei einer Gruppe Rosetten - Meerschweinchen berichtet. Für eine ursächliche Infektion sprach die Tatsache, das binnen 6 Monaten die meisten der Tiere an Diabetes erkrankt waren und auch innerhalb 6 Wochen bis 3 Monaten hinzugesetzte, gesunde Tiere zu 50% befallen wurden. Die gemessenen Urinzuckerwerte waren stark erhöht, lagen bei 250 mg /ml und mehr. Die Erkrankung glich dem juvenilen Diabetes des Menschen, bei dem eine virale Infektion im Kindesalter als auslösende Ursache vermutet wird. Bei betroffenen MS konnten im Urin Partikel, ähnlich eines Retrovirus Typ C nachgewiesen werden.

Symptome:                                                       Zu Beginn Abmagerung trotz guter Futteraufnahme und eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr sowie Urinausfuhr.      Folgeerkrankungen können sein: Fettige Degeneration der Bauchspeicheldrüse, Durchblutungsstörungen durch Schäden des Gefäßsystems, Linsentrübung beider Augen und Nierenschäden nach einer Erkrankungsdauer von 6 Monaten.

Diagnostik: Messungen der Blut- oder Urinzuckerwerte mittels entsprechender Teststreifen.

Behandlung:                                                                            Eine Behandlung durch Insulingaben ist durchaus möglich.                                           Ein Bericht darüber findet Ihr unter dem Link: http://home.t-online.de/home/strick-stube/diabetes.htm

An Naturheilmitteln könnten antidiabetische Teesorten versucht werden, die Blutzuckersenkende Pflanzen enthalten. Die Wirkstoffe dieser Pflanzen nennen sich Glukokinine oder Phytoinsuline. Enthalten sind Glukokinine z.B. in Heidelbeerblättern, Geißraute, Klette, Habichtskraut, Preiselbeere und Echter Alant. In der Homöopathie verwendet man u.a. Syzygiumjambolanum, welches aus den Früchten des Jambulbaumes bereitet wird.

Alant
Alant

Quelle:

  • Lang CN et al.1977 ' The guinea pig as an animal model of diabetes mellitus. Lab AnimSci  27 : 789 - 805.
  • Lang CM, Munger BL.1976. Diabetes mellitus in the guinea pig.  Diabetes 25: 434-443.
  • Lee KJ et al.1978. Isolation of virus - like particles from the urine of guinea pigs with spontaneous diabetes mellitus. Vet Pathol 15:663-666
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, Mosaik - Verlag. H. Lichtenstern, Dipl. Ing. J. Voläk, Dr. Mag. J.Stodola

 

Dickleibigkeit, siehe Übergewicht

 

Durchfall

Ein Kotverschmierter After deutet auf eine Verdauungsstörung hin, hinzu kommt sträuben, zusammen gekrümmte Kauerhaltung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Apathie, evtl. tränende Augen, rapider Kräfteverfall, gesteigerte Darmperistaltik (verursacht lautere Darmgeräusche....mit einem Ohr am Bauch horchen oder abhören mit Stethoskop).

Durchfälle können lebensbedrohlich sein                    Wegen des hohen Flüssigkeits- und Mineralverlustes, drohen die MS in kürzester Zeit auszutrocknen.

Mögliche Ursachen und Erkrankungen, die mit Durchfall einhergehen können:

  • Falsche Fütterung [Feuchtes, verdorbenes, Selbsterhitztes oder gefrorenes Futter; größere Mengen sehr wasserhaltigen Obstes (z.B. Melone); übermäßige Mengen an Salat, Petersilie, Löwenzahn; Junges Gras ohne gleichzeitige Raufuttergabe; Rohfasermangel, stärkereiche bei gleichzeitig zellulosearmer Kost über längere Zeit; Vit. A - Mangel, Vit.  B- Mangel, Niacinmangel oder Überangebot, Magnesiummangel, Kupfermangel, Vit. C - Überdosierung, Vit. D- Überdosierung; längerer Nahrungsentzug; Milchzuckerunverträglichkeit (bei Breifütterung, Kuhmilchfütterung), Pestizidbelastetes oder bakteriell verunreinigtes Kraftfutter (wenn dieser Verdacht besteht, kann man sein Kraftfutter vom Tierernährungsinstitut in Hannover u.U. analysieren lassen oder man wechselt gleich zu einem anderen Futter)].
  • Bestimmte Medikamente [ Antibiotika (Zerstörung der Darmflora); Schmerzmittel (z.B. Metacam, Rimadyl); Griseovulvin (Zur Behandlung von Hautpilzerkrankungen.)]
  • Lebererkrankungen (auch Stoffwechselentgleisungen wie z.B. Trächtigkeitstoxikose)
  • Gebärmutterentzündung (Durchfall als Begleiterscheinung)
  • Vergiftungen (Giftpflanzen, Rasendünger, Spritzmittel, Holzschutzmittel, Giftstoffe wie: Solanin, Insektizide, Dioxin, Schwermetalle)
  • Zahnerkrankungen (Durchfall als Folgeerscheinung)
  • Passagestörungen (Darmverschluss, Darmverschlingung ,Tumore)
  • Darmpilze (z.B. Candida)
  • Bakterielle Infektionen [Clostridium perfingens, Escherichia Coli, Salmonellose, Streptobacillus moniliformis, Tuberkulose, Tyzzer`s Disease, Pasteurellose, Yersinia pseudotuberculosis (Rodentiose), Streptococcus pneumoniae, Campylobacteriose, Proteus]
  • Endoparasiten bzw. Protozoen [Entamöbiose (Entamoeba caviae, Wurzelfüßer), Kokzidiose (Eimeria caviae, Sporentierchen), Toxoplasmose (Sporentierchen), Trichomoniasis (Flagellata bzw. Geißeltierchen), Cryptosporidium wrarii (Sporentierchen), Balantidium cavaie (Wimperntierchen)]
  • Würmer [Capillaria (Fadenwürmer bzw. Nematoden), Hymenolepsis (Bandwurm), Nippostrongyloidose, Syphacia]

Durchfallbehandlung:                                                 Im Fall von Durchfall bekommen die Tiere eine Heu-, Wasser-, Getreideflocken- Diät, alles Grünzeug muss vorerst weggelassen werden, allerdings sind Möhren und Äpfel erlaubt!

In ganz drastischen Fällen, in denen das Futter verweigert wird oder gar eine kurzfristige Nahrungskarenz vom Tierarzt angeordnet wurde kann eine Glukose- Elektrolyt- Aminosäuren- Lösung zum Ausgleich des Energie-, Mineralien-, Eiweiß- und Flüssigkeitsverlustes (z.B. Amynin- Infusionslösung, besser per Infusion verabreichen, orale Gaben sind zur Not auch möglich. Nicht mehr als 8ml Amynin über den Tag verteilt) überbrückend verabreicht werden, wobei man aufgrund der hohen Menge an erforderlicher Flüssigkeit (50- 100ml pro Tag, verteilt auf mehrere Subcutan- Gaben) das Amynin mit Ringerlösung (= Elektrolytlösung) strecken müßte.                                                                             Oft benötigt das MS ein Antibiotikum vom Tierarzt, zusätzlich Giftresorbierende Mittel wie Kohle oder Heilerde, Vit. B- Komplex als Darmschutz, Vit.C, Bakteriensuspensionen zur Normalisierung der Darmflora (z.B. Bird­ Bene- Bac-Paste oder Pulver) .                          Oralpädon- Tee ist für die orale Eingabe geeignet (nicht mehr als 1/4 Brausetbl. aufgelöst über den Tag verteilt eigeben! Enthält Glukose, welche in größeren Mengen oral gegeben für den Darm der MS auch nicht so vorteilhaft sind), es ersetzt die verloren gegangenen Elektrolyte und enhält Teekräuter, die dem Durchfall ein wenig entgegen wirken.

In harmlosen Fällen kann auch eine Behandlung mit Kaopect (Wirkstoff: Kaolin) oder Apfelpectin (gibt es als Medikament auch in Form von Saft zu kaufen) erfolgen.                                            Wärmezufuhr wäre im Fall von Untertemperatur erforderlich.

 

Dystokie,siehe Seite „Zucht & Show” unter “Geburtsstockung

 

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