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Scheue ungezähmte Meerschweinchen lassen sich aus Angst natürlich nicht gern anfassen. Es ist aber nicht nur eine Frage von Angst sondern es liegt auch am Charakter jedes einzelnen Meerschweinchens selbst ob es Anfassen oder Streicheleinheiten überhaupt mag oder eher ablehnt, da sollte man das Tier und seine Eigenheiten natürlich respektieren und sich ihm gegenüber entsprechend anpassen. In den meisten Fällen ist es aber die Angst, welche wir durch Zähmung zum großen Teil beseitigen können. Wichtig bei der Zähmung ist, wie wir dem Tier gegenüber begegnen, einmal das wir uns ihm immer von vorn nähern, in ruhigem Ton mit ihm sprechen, hektische Bewegungen vermeiden, scheuchen beim einfangen so gut es geht zu unterbinden, das Tier auf dem Arm nicht gegen seinen Willen festhalten wenn es Anstalten macht woanders hin zu wollen, niemals unsanfte Berührungen auszuüben. Siehe dazu auch unter „Eingewöhnung“. Bei Wildmeerschweinchen habe ich die Erfahrung gemacht, das sie sehr neugierig sind, zum Futterbetteln auch zur Käfigbrüstung kommen, sich aber höchstens mal an Nasenrücken oder Vorderpfoten berühren lassen wollen niemals am restlichen Körper …sie gehen dann einfach weg, kommen aber nach kurzer Zeit wieder. Sie sind somit überhaupt keine Streicheltiere, weil sie es von sich aus fast gänzlich ablehnen berührt zu werden. Nimmt man sie auf den Arm werden sie sehr wehrhaft, wollen nur flüchten und werfen aus Angst Fell ab. Dies sollte man möglichst unterlassen, da man sich so bereits aufgebautes Vertrauen wieder kaputt machen kann. Die Wieselmeerschweinchen sind da etwas anders, da sie relativ schnell ihre Berührungsängste verlieren. Sie sind wie kleine Hörnchen wuselig und ausgesprochen neugierig kommen sie immer wieder zur Käfigbrüstung und dulden auch mal am Rücken gegrault zu werden. Wenn man sich intensiv mit ihnen befasst, ist vielleicht sogar möglich, sie mal auf den Arm zu nehmen ohne das sie Fluchtversuche starten. Wiesel- als auch Wildmeerschweinchen zeigen keinerlei Skrupel einfach aus dem Arm zu springen und dies kann sehr gefährlich für sie werden.
Als Nestflüchter ist Angst bei Meerschweinchen ein völlig natürliches, angeborenes Verhalten, das die meisten Meerschweinchen deshalb nie gänzlich ablegen.
Anschaffung, siehe auch Kauf Bevor Sie sich Meerschweinchen (= MS) ins Haus holen, sollte man sich folgende Fragen bereits beantwortet haben:
Es gibt nichts schöneres für die Meerschweinchen, wenn ihnen ihr Besitzer in den wärmeren Jahreszeiten einen Wiesenauslauf in einem eigenen Garten ermöglichen kann. Ab Juni kann man das MS in langsamen Schritten an seinen Aufenthalt im Freien gewöhnen. Einige Regeln, sollen mögliche Gefahren vermeiden helfen:
Weitere interessante Anregungen über Meerschweinchenhaltung im Garten: http://www.diealts.de
Sollte den MS täglich gegönnt sein, wenn sie in einem normalen Gitterkäfig leben, der dem natürlichen Bewegungsdrang dieser Tiere nicht genügt. MS, die nur im engen Käfig dahin vegetieren müssen, verfetten sehr schnell und stumpfen im Wesen ab, auch verschiedene Verhaltensstörungen, wie Fell fressen, Gitter nagen usw. können entstehen. Am lauffreudigsten zeigen sich die MS, wenn sie zum Ansporn einen Artgenossen haben. Es reicht aus, die MS tgl. solange laufen zu lassen, bis sie sich ausgetobt haben und beginnen, sich in irgendeiner Ecke regungslos niederzulassen. Leider werden nur die wenigsten MS stubenrein, weshalb man ihre Lieblingssitzplätze mit Zeitung, Teppichresten oder Tüchern auslegen sollte. Andere Haustiere, wie Hunde oder Katzen, sollte man möglichst fernhalten oder nur unter Aufsicht zu den frei laufenden MS lassen, wenn Gewiss ist, das sich beide tolerieren. Andere Gefahrenquellen müssen vorher aus dem Weg geräumt werden, wie z.B. Plastik, Styropor, Elektrokabel, da dies beliebte aber gesundheitsgefährdende Nageobjekte sind. Schlupfwinkel hinter Schränken usw., sollte man vorher zubauen, sonst sind die MS schnell dahinter verschwunden. Bestimmte Zimmerpflanzen sind giftig, diese sollten in unerreichbarer Höhe stehen.
Auslauf , draußen ...siehe auch Aufenthalt im Freien. Die MS nie im Garten ohne eine Umzäunung laufen lassen. Wenn man die MS auf dem Rasen grasen lassen möchte, darf dieser nicht frisch gedüngt sein. Es müssen mindestens 1- 2 Regenperioden abgewartet werden, im Zweifelsfall den Gärtner fragen ! Unkrautvernichtungsmittel oder Moos - Ex sind stark giftig, hier muss meist noch wesentlich länger gewartet werden und unbedingt ein Gärtner befragt werden.
Wie oft ausgemistet werden sollte, richtet sich nach Käfiggröße und Anzahl der Tiere. Die einfachste Regel ist, immer in solchen Zeitabständen zu misten, bevor Geruch entsteht. Um zu vermeiden, das die MS einen nassen Po bekommen, kann man die Spreu von Kot- und Urinecken bei Bedarf zwischendurch auswechseln . Zur Vorbeugung vor Urinstein kann man die Bodenschalen mit Essigreiniger auswaschen. Bei älteren Urinflecken wird mit Essigreiniger getränkte Watte auf die fleckigen Stellen in der Bodenschale gelegt und gut angedrückt. Über Nacht einwirken lassen und am nächsten Tag lassen sich die Flecken problemlos entfernen. Es reicht aus, den Käfig ca. alle 14 Tage mit handelsüblichen Sprays zu desinfizieren . Trinkflaschen und Futternäpfe ebenfalls regelmäßig reinigen. Als Einstreu für den Käfig eignen sich z.B. Sägespäne, gepresste Holzfaser oder gepresste Strohpellets .
Außengehege, s.a. Aufenthalt im Freien Ein Außengehege zwecks Wiesenauslauf sollte folgenden Ansprüchen genügen:
Unter bestimmten Bedingungen ist eine ganzjährige Außenhaltung von MS möglich . Meerschweinchen aus Innenhaltung müssen ganz langsam, in den wärmeren Sommermonaten, etwa ab Juni, an die Außenhaltung gewöhnt werden . Durch die Außenhaltung entwickeln die MS im Laufe der Zeit ein dichteres und raueres Haarkleid. Es ist ratsam, die MS wenigstens zu zweit in einem Außenstall unterzubringen, damit sie sich gegenseitig wärmen können. Der Nachteil bei einer Außenhaltung ist, das man weniger Kontakt zu seinen Tieren hat, das Trinkwasser und das Grünfutter schnell einfriert und deshalb mehrmals am Tag ausgetauscht werden muß. Ein MS in Außenhaltung sollte man aufgrund der extremen Temperaturunterschiede, im Winter nicht ständig ins Haus holen. Normalerweise fühlen sich MS bei normalen Zimmertemperaturen am wohlsten, können aber der Kälte in gut isolierten Ställen recht gut standhalten.
Im Sommer sollte der Stall vor praller Sonne geschützt stehen. Bei obiger Abb. fehlt die Darstellung eines schmalen Brettes entlang der Vorderkanten, welches ein herausfallen der Einstreu verhindern soll. Man kann die Bretter mittels Scharnieren so anbringen, das sie sich zur Erleichterung des ausmistens herunter klappen lassen. Die schönsten Außenanlagen für Kleinnager verfügen über eingearbeitete Kotschubladen, die sich zwecks ausmisten bequem herausziehen, auskippen und reinigen lassen, da die dort eingearbeiteten Bodenschalen nicht aus Holz, sondern aus einem beständigen Kunststoff gefertigt sind ..... eine weitere Abbildung bzw. Anregung zum nachbauen: Bei Unterbringung in einem Gartenhaus, sind auf folgende Dinge zu achten:
Besonders allein gehaltene MS benötigen viel Zuwendung , da sie als Rudeltier die Geselligkeit brauchen. Mehr Beschäftigung kann man den MS bieten, indem man in den Käfig mehrere Ebenen einbaut, die durch Röhren (z.B. aus dem Baustoffhandel), Rampen (mit Sprossen und evtl. Sandpapier versehen), Rinnen (Dachrinnen ausgelegt mit Teppichresten) oder Tunnel erreichbar sind. Häuser können ruhig mehrere Eingänge haben. Für` s Auge sehen auch ausgehöhlte Baumstücke als Unterschlupfmöglichkeit recht dekorativ aus. Runde Fenster in Häuschen zum durchklettern haben sich schon einige Male als gefährliche Fallen erwiesen, davon sollte man besser Abstand nehmen. Viele Meerschweinchen mögen es auch, unter einem Vorhang hindurch zu laufen, d.h. man könnte z.B. ein ausgedientes Handtuch vor einem Hauseingang anbringen. Sogar Hängematten, wie es sie für Frettchen zu kaufen gibt, werden von einigen, besonders mutigen Meerschweinchen gern benutzt. Ausreichend Heu zum knabbern darf sowieso nie fehlen und gelegentlich kann man auch mal frische, junge Obstbaumzweige zum nagen anbieten.
Ist für alle MS wichtig, um ihrem natürlich ausgeprägten Bewegungsdrang entgegen zu kommen, sowie ein Abstumpfen ihres Wesens zu verhindern und Verfettung zu vermeiden. Ein Käfig kann für MS nie groß genug sein, deshalb ist tgl. ein wenig Auslauf im Zimmer oder Garten empfehlenswert.
Böcke die von klein auf in reinen Boygroups oder in der Gesellschaft ihres Vaters u./o. männlichen Geschwistern aufgewachsen sind und somit ausreichendes Sozialverhalten gelernt haben, werden es auch später immer einfacher haben sich mit gleichgeschlechtlichen zu arrangieren als andere, die überwiegend einzeln saßen und diese Erfahrungen nie machen durften. Bei ausgewachsenen Böcken mit Boygroup- Erfahrung ist es manchmal sogar möglich sie mit anderen völlig fremden, geschlechtsreifen Männchen zu vergesellschaften, obwohl sie inzwischen vielleicht sogar schon über Zuchterfahrungen verfügen. Kommt ein ausgewachsener Bock ohne Boygroup- Erfahrung, der sein Leben lang nur allein oder mit 1 Weibchen vergesellschaftet war in eine Männchen- Gruppe, ist er enormen Stress ausgesetzt, weil er nicht weiß, wie er sich den anderen gegenüber verhalten muss, einfach aus dem Grunde, weil er es nie gelernt hat. Entweder er kehrt anfangs fürchterlich den Macho” heraus und stürmt unbedarft auf die anderen hinzu, wofür er mächtig verprügelt wird u./o. er wird so stark verunsichert, das er sich ängstlich vor allen anderen zurück zieht, sich verkriecht und sich noch nicht einmal mehr an das Futter wagt. Solche Böcke können an den Folgen dieses Dauerstresses sterben, wenn man sie nicht wieder rechtzeitig aus dieser Gruppe heraus nimmt!
Wer 2 Böckchen vergesellschaften möchte, sollte folgende Regeln beachten:
Möchte man sich 2 Jungböcke anschaffen, könnte man 2 Brüder aus einem Wurf nehmen, da sich diese bereits kennen. Lassen Sie die beiden Böckchen zum Kennen lernen bei sich Zuhause anfangs am besten auf „neutralem“ Boden (außerhalb des Käfigs) für eine Weile zusammen laufen. Sobald sich die erste Aufregung gelegt hat, können Sie beide in den gemeinsamen Käfig setzen. Es wird noch einige Tage dauern, bis die Rangordnung ausgefochten und Harmonie eingekehrt ist. Man kann auch versuchen, die Böckchen ein wenig voneinander abzulenken in dem man ihnen ein paar Leckereien dazu stellt und sollten sie Anstalten machen sich bekämpfen zu wollen, ist es in manchen Fällen wirkungsvoll ihren Geruchssinn etwas zu irritieren, z.B. indem man ihre Hinterteile ein wenig einparfümiert. Es ist nicht nötig einen Bock zu kastrieren, wenn man ihn mit einem Jungböckchen vergesellschaften möchte! Solange der Jungbock noch nicht geschlechtsreif ist (3 ½ - 5 Wochen alt), klappt die Vergesellschaftung mit einem älteren Bock eigentlich immer! Das natürliche Rivalitätsverhalten wird durch eine Kastration nicht ausgelöscht, die Böcke können im Wesen ruhiger werden, auch im Verhalten Weibchen gegenüber, jedoch wird ihr Kampfgeist gegenüber anderen Böcken kaum gebremst, mit anderen Worten: Wenn sich 2 Böcke einmal verfeindet haben, dann wird auch 1 Kastration nichts mehr daran ändern. Bei Vergesellschaftungen von Böcken (unter Einhaltung obiger Regeln!) kommt es später nur sehr selten mal zu Verfeindungen (nämlich nur dann, wenn sich 2 Böcke extrem dominant entwickeln sollten und keiner von beiden nachgeben will). Überwiegend halten die Freundschaften erfahrungsgemäß lebenslang. Jugendliche machen manchmal Stänkerphasen“ durch, wo sie austesten wollen, ob sie nicht doch stärker als der Andere sind und evtl. erreichen können, des anderen höheren Rang einzunehmen. Das Verhalten legt sich, sobald die Böcke ausgewachsen sind und sich deren Positionen gefestigt haben. Der Rangniedrigere von beiden übernimmt dann automatisch die Weibchenrolle“, duldet Besteigungen des ranghöheren Männchens (Chef) usw.. Hat man bereits 2 Böcke und möchte einen Dritten hinzu setzen, so gestaltet sich diese ungerade Anzahl an Tieren manchmal etwas ungünstig, sollte es dazu kommen, das sich zwei zusammen tun und gegen den Dritten verbünden. Besser sind also 2 oder 4 Böckchen zusammen, bei noch größeren Gruppen spielt die Anzahl dann keine Rolle mehr.
Eine regelmäßige Desinfektion der Käfige ist nicht erforderlich, denn durch all zu übertriebene Desinfektionsmaßnahmen kann man auch provozieren, das die Erreger Resistenzen gegen die Mittel entwickeln und nachher, wenn wirklich mal Desinfektion erforderlich werden sollte, diese Mittel gar nicht mehr ausreichend wirken. Bei Ausbruch von Krankheiten macht eine regelmäßige (bei jedem misten) Desinfektion der Käfige, der Kehrschaufel und auch der Hände natürlich Sinn. Für die Händedesinfektion sollte man natürlich hautfreundliche Desinfektionsmittel benutzen, für das Inventar gibt es spezielle andere Mittel. Man sollte sich bei Kauf eines Mittels vorher darüber informieren, wogegen es alles wirkt z.B. gg. Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten. Es gibt Mittel, die sehr vielseitig einsetzbar sind und andere die nur in eine Richtung wirken. Desinfektionsmittel die dem Wischwasser zugefügt werden müssen, können bei Verwendung warmen Wassers u.U. gesundheitsschädigende Dämpfe freigeben, weshalb man dafür kaltes Wasser verwenden sollte. Sprühmittel zum direkten einsprühen der Umgebung können ebenfalls schädliche Dämpfe abgeben, weshalb man nach jeder Sprühaktion die Tiere aus ihren Behausungen solange fernhält, bis alle behandelten Flächen wieder getrocknet sind. Desinfektionsmittel, auch speziell für die Anwendung am Tier bzw. deren Umgebung bekommt man nicht nur im Zoofachhandel, sondern auch beim Tierarzt / Heilpraktiker für Tiere oder in der Apotheke.
Eigenbau, siehe Käfig
Meerschweinchen reagieren auf einen Umgebungswechsel recht stressanfällig und ängstlich, besonders wenn sie allein sind. Durch Futterumstellungen, die häufig noch dazu kommen, sind die Tiere alles in allem krankheitsanfälliger. Bei Neukauf eines Tieres sollte man deshalb zu Anfang einige Regeln beherzigen :
Einzeltiere leiden stumm unter Einsamkeit
Einzelhaltung von Meerschweinchen ist nicht artgerecht und ist vergleichbar mit lebenslanger Einzelhaft. Einzeln gehaltene MS werden somit für etwas bestraft was sie nie verbrochen haben. Meerschweinchen sind von Natur aus Rudeltiere und benötigen von daher unbedingt die Geselligkeit unter Artgenossen, ganz genauso wie wir Menschen auch. Auch wer meint, sein MS erhält als Partnerersatz sehr viel Zuwendung, der vergisst die vielen einsamen Stunden während Schule und Beruf. Diese einsame Zeit, die da zu überbrücken ist, mag uns nur kurz erscheinen aber gemessen an der unterschiedlichen Lebenserwartung von Mensch und MS, bedeutet es für das MS eine halbe Ewigkeit. Das Meerschweinchen ist sehr redefreudig und möchte sich deshalb auch verbal mitteilen, doch dazu benötigt es einen Artgenossen, denn wir Menschen oder ein artfremdes Tier können ihm dieses Bedürfnis nicht erfüllen. Natürlich sind auch die Meerschweinchen in der Lage, sich an ihre Situationen anzupassen, d.h. einige unter ihnen geben sich auch bei Einzelhaltung fröhlich und betriebsam aber es gibt auch genügend andere MS die ganz still und reserviert werden, meist nur noch in ihrem Haus hocken und den ganzen Tag vor sich hin dösen, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Der Mensch urteilt dann schnell falsch: ”Meerschweinchen ....sind doch langweilig!” Eigennütziges Denken sollte man grundsätzlich abstellen, wenn man sich zu einer Haltung von Meerschweinchen entschließt. Wenn man sich Meerschweinchen ins Haus holt, dann mit allen Konsequenzen, ansonsten bleibt nur die Wahl, sich für ein anders Tier zu entscheiden, welches von Natur aus ein Einzelgänger ist, wie z.B. manche Hamsterrassen. Man braucht keine Angst zu haben, das bei Anschaffung von mehr als 1 Meerschweinchen jedes einzelne vielleicht nicht zahm genug wird, das trifft vielleicht auf manche andere Tierarten, nicht aber auf die MS zu! Logischerweise werden die MS zu ihren Artgenossen immer eine stärkere Bindung aufbauen als dem Menschen gegenüber aber das ist ein ganz natürliches Verhalten / Bedürfnis, das wir ihnen nicht verbieten dürfen, nur weil wir von 1 Tier vielleicht erwarten, das es möglichst seine ganze Aufmerksamkeit auf uns allein richten soll.
EinstreuInzwischen werden im Handel zahlreiche verschiedene Einstreumaterialien angeboten. Genauso viele Materialien wie es gibt, genauso unterschiedlich können auch die Erfahrungswerte damit sein. Jeder Meerschweinchenhalter stellt andere Ansprüche an die Qualität und Eigenschaften eines Produktes, so können sich daraus auch recht unterschiedliche Ansichten ergeben. Nachstehend eine Auflistung verschiedener Materialien und den bislang gesammelten Meinungen verschiedener Meerschweinchenhalter darüber zum Vergleich:
Einzelhaltung, siehe unter Einsamkeit
Feuchtigkeit birgt für Meerschweinchen vielerlei Gesundheitsgefahren. Durch ein feuchtes Milieu in Stall oder bei zu hoher Luftfeuchtigkeit verbreiten sich sehr rasch Schimmelpilze und andere Erreger, die bei Aufnahme oder durch Einatmung von Sporen Erkrankungen nach sich ziehen können, z.B. Hautpilzerkrankungen oder tödliche Atemwegserkrankungen). Längeres sitzen auf feuchter Einstreu kann zu entzündeten Fußballen führen, bei gleichzeitiger Auskühlung des Körpers von unten sind zudem Nieren- u./o. Blaseninfektionen denkbar. In Heu oder Gras können sich Kokzidienlarven befinden, die dann infektiös werden, sobald dieses kontaminierte Futter mit Feuchtigkeit in Verbindung kommt. Durchfall solchen Futters kann die Folge sein. Es ist nicht schlimm, wenn MS feuchtes Gras oder Heu sofort auffressen, die Gefahren bestehen nur dann, wenn das Futter im Käfig bereits länger vor sich hin gegammelt hat. Es ist auch nicht weiter schlimm, wenn Ms draußen durch nasses Gras laufen und ihr Bauch mal nass wird, selbst Schnee macht ihnen nichts aus, wenn beachtet wird, das ihnen jederzeit eine trockene Unterschlupfmöglichkeit zur Verfügung steht und damit eine länger andauernde Unterkühlung unterbleibt. Freigehege, siehe Außengehege Freilandhaltung, siehe Außenhaltung Gartenauslauf, siehe Auslauf draußen
Gehege, siehe Außengehege
Die beste Gesundheitsvorsorge für Meerschweinchen ist eine ausreichende Informationssammlung über ihre Bedürfnisse (Haltung, Ernährung, Verhalten) und natürlich auch dessen Umsetzung in die Praxis. Die Gesundheit wird nicht nur durch körperliche sondern auch durch psychische Faktoren beeinflusst, das eine kann also beim anderen stets mit eine Rolle spielen, weshalb man ein Tier immer in seiner Ganzheit betrachten sollte. Gute Kenntnisse über die Bedürfnisse und Verhaltensweisen dieser Tiere, sowie eine gute Beobachtungsgabe und regelmäßige Gesundheitschecks [Kontrolle der Augen, Zähne ob intakt oder schief, Ohren auf Schmutz oder Fremdkörper, Nase auf Sekretspuren, Genitalien auf Sauberkeit + Fremdkörper (bei Böcken auch die Eichel unter der Vorhaut kontrollieren), Hautzustand, Gewicht, Beschaffenheit der Ausscheidungen, Krallenlänge, Fettdrüse] sind gute Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge. Lassen sich Veränderungen in den Verhaltensweisen der Meerschweinchen beobachten oder wird eine Krankheit auch nur im Ansatz vermutet, zählt der rechtzeitige Gang zum Tierarzt natürlich auch dazu. Da der Mensch bestimmte Krankheitserreger auf seine Meerschweinchen übertragen kann, sollte er sich bei Krankheit so gut es geht von ihnen fernhalten (Streichelverbot, weder die Tiere anhusten noch anniesen usw.). Gewöhnen, an Artgenossen u.a. Tiere Gewöhnen an Artgenossen … siehe unter Böckehaltung und Gruppenhaltung Gewöhnen an andere Tiere… siehe unter Zusammenhaltung mit anderen Tieren
Gruppenhaltung, siehe auch Böckehaltung Die Gruppenhaltung ist für Meerschweinchen artgerecht und deshalb grundsätzlich anzustreben! Man kann reine Weibchen-Gruppen als auch reine Männchen- Gruppen halten oder 1 Gruppe bestehend aus mehreren Weibchen mit 1 kastrierten Bock dabei. Ein unkastrierter Bock innerhalb einer Weibchengruppe ist nur für einen Züchter relevant, der es versteht, ihn vor anstehenden Geburten oder zwecks Zuchtpausen rechzeitig umzuquartieren. Besonders für Jungtiere ist die Gruppenhaltung zur Erlernung ihres Sozialverhaltens unerlässlich. Wie viele Tiere man zusammen halten kann ist natürlich von der Gehegegröße anhängig. Der Platz sollte so groß sein, das sich die Tiere auch mal bequem aus dem Wege gehen können, denn auch Meerschweinchen haben gelegentlich mal das Bedürfnis sich von anderen aus der Gruppe zurück ziehen zu wollen. Meinen Erfahrungen nach zeigen größere Gruppen eine wesentlich bessere Toleranz gegenüber „Neumitgliedern“ als kleinere Gruppen von nur 2 - 4 Tieren. Innerhalb jeder Gruppe bilden Meerschweinchen untereinander mehr oder weniger enge Freundschaften, nicht alle verstehen sich gleich gut miteinander. Die Haltung von Bock- Gruppen sind unter dem Stichwort „Böckehaltung“ nachzulesen.
Für Weibchen-Gruppen oder Weibchen + Kastrat gilt folgendes: Extrem dominante Säue sind manchmal recht schwer in 1 Gruppe zu integrieren, so dass manchmal mehrfache Anläufe versucht werden müssen, bis solche „Quertreiber“ irgendwann mal ihren Gute- Laune-Tag haben und es dann besser klappt. Leider weiß ich nicht, woran das liegt, das ein Versuch 100 x scheitert und Wochen später ganz plötzlich doch noch gelingt. Wenn man mehrere Gruppen hat und muss ein schwieriges Neumitglied integrieren, kann man versuchen, die Gruppenmitglieder so oft umzusetzen, bis die Rangordnungskämpfe auf das bestmögliche Minimum begrenzt bleiben. Extrem dominante, sehr angriffswütige Weibchen lassen sich oft dadurch bezähmen, indem man sie zu einem anderen Weibchen setzt, das genau so geartet ist bzw. ein nicht minder dominantes Verhalten an den Tag legt. Gewöhnlich dauern Rangordnungskämpfe bei einer neu zusammen gefügten Gruppe 3 -7 Tage an, wobei in den ersten 3 Tagen am heftigsten um den Rang geboxt und gejagt wird. Erst wenn die Rangordnung festgelegt wird, kehrt Harmonie ein. Kastraten innerhalb einer Weibchen- Gruppe, sind aufgrund ihres Geschlechts nicht automatisch Gruppenführer, das Alpha-Tier kann genauso ein Weibchen sein. Kastraten werden von Weibchen recht gut geduldet, sie zeigen den Weibchen gegenüber oft ein wesentlich weniger aggressives Verhalten als manche Weibchen untereinander, sie versuchen manchmal sogar sich bei Streitigkeiten unter Weibchen schlichtend einzubringen. Sie können von daher einiges zur Harmonie in einem Rudel beitragen.
Niemals das Tier mit einer Hand frei hängend herausnehmen, dies quetscht Lungen und Brustkorb. Das Meerschweinchen ist ebenso gänzlich ungeeignet dafür, es an der Nackenhaut zu packen und anzuheben, so wie es bei Kaninchen, Hunden, Katzen gelegentlich praktiziert wird.
Hitze oder direkte Sonneneinstrahlung an heißen Sommertagen verursachen bei Meerschweinchen sehr schnell einen Hitzschlag, der nicht selten tödlich endet. Daher muss bei Außenhaltung und Gartenauslauf dringend für schattige Rückzugsplätze gesorgt werden. Auch Autofahrten an heißen Tagen sind zu vermeiden. Selbst durch kurzes Verweilen der Tiere in einem aufgeheizten Auto ist schon so manches Meerschweinchen ums Leben gekommen. Sollten Autofahrten unbedingt erforderlich werden, z.B. wegen Tierarztbesuch, muss für Abkühlung gesorgt werden. Der Boden seiner Transportbox sollte dazu kältedurchlässig sein (ich persönlich verwende da die Rubbermaid -Boxen), so dass man unter die Box eine größere Kühlmanschette (Solche Cold / Hot- Packs kann man sich in der Apotheke bestellen, sind eigentlich Gel-Kissen zur Kühlung bei Schwellungen usw.) legen kann. Anstatt die Box nun mit Deckel zu verschließen, sollte man sie mit einem nassen Handtuch abdecken und während der Fahrt häufiger nach dem Befinden des Tieres schauen. Die Seitenfenster kann man ein wenig herunterkurbeln, sollte aber all zu starke Zugluft meiden, allein schon deshalb, weil dies die Augen nicht vertragen.
Wir müssen uns vor Augen halten, das wir Lebewesen gegen ihren Willen zum Dienste des Menschen in Gefangenschaft nehmen und entscheiden nun über die Größe ihres Lebensraumes, in dem sie ihr Dasein fristen sollen. Versetzen wir uns also hierbei in die Lage der Tiere und wählen die Behausung nicht nach den Kriterien der praktikabelsten, platzsparernsten, saubersten Lösungen aus. Möchten wir etwa zeitlebens in einem engen Badezimmer eingesperrt sein? Sicher nicht. Also ist der Käfig so groß wie möglich zu wählen! Die Käfighersteller denken nicht immer im Sinne der Tiere, sondern richten sich nach den Wünschen der Kunden, doch meist sind diese blutjunge Anfänger und orientieren sich mit ihren Vorstellungen anhand der längst veralteten Klischees, wie ein Käfig wohl auszusehen hat. Sehen wir uns mal die Unterschiede der alten und neuen Zoos an, hier hat bereits ein Umdenken stattgefunden, was die Bedürfnisse der Tiere und ihre Gehege- Größen anbelangt. In alten Zoos sind die Tiere keineswegs auch nur annähernd artgerecht untergebracht. Maße: Für das MS gilt eine Käfiggröße von 50 X 100cm als die absolute Mindestgröße für 2 bis max. 3 MS! Diese Größe setzt täglichen, zusätzlichen Auslauf voraus! Ausführung : Hier kann praktisch gedacht werden, was die Stabilität der Käfiggitter anbelangt und die Höhe der Bodenschale, die möglichst nicht zu niedrig sein sollte, um Späne vor dem herausfallen weitgehend aufzuhalten. Eine zusätzlich angebrachte, zuschneidbare Plexiglasfolie am unteren Rand lang kann ebenfalls noch nützlich sein vor fliegenden Spänen. Es gibt Käfige, die rundum aus Plexiglas bestehen, die haben aber auch ihre Nachteile! Die aufsteigenden Salmiakdämpfe konzentrieren sich hinter solch rundum abgedichteten Wänden zu sehr, belasten dadurch die Atemwege unserer Tiere. MS nehmen ihre Umwelt hauptsächlich durch ihren Geruchssinn wahr und wären durch einen solchen Käfig zu stark isoliert, sie wollen viel lieber teilhaben am Geschehen um sie herum! Plexiglaskäfige sind auch problematisch, was die Befestigung von Trinkflaschen und Raufe angeht, hat also auch praktische Nachteile! Eben beschriebenes gilt in gleichem Maße für Haltung in Glasbecken usw. Eine recht gute Alternative zu den Plexiglaskäfigen, mit ihren hohen Seitenwänden, wäre ein geräumigeres Vivarium (aus Acryl), welche über niedrigere Seitenwände verfügen und von manchen Herstellern sogar nach Wunschmaß gefertigt werden. Leider muß man auch bei Vivarien etwas erfinderisch sein, was das anbringen der Wasserflaschen, Heuraufen etc. angeht. Eine Möglichkeit wäre evtl. die Wasserflaschen an den Häusern zu befestigen und für Raufen Halterungen aus Plexiglas zu basteln, die man dann mit Heißklebepistole an den Wänden anbringen könnte. Standort des Käfigs: Hell, zugfrei, möglichst in Tischhöhe. Ruhiger Standort! Lärm und anhaltende Hektik bzw. der Fernseher direkt neben dem Käfig sind unzuträglich für MS. Allerdings sollte Familienanschluss dennoch möglich sein, da Meerschweinchen gern am Geschehen teilhaben. Raum des Käfigs: Nicht in feuchten u./o. dunklen Kellerräumen, sondern bei Luftfeuchtigkeit von 45- 60% und normaler Zimmertemperatur 17- 21 C° ist am geeignetsten.
Gestrichenes Holz ist nur bedingt tauglich, da die Anstriche auf Dauer dem Urin nicht standhalten, dieser dann ins Holz eindringt und das Holz dadurch früher oder später zu riechen beginnt. Bei Anstrichfarben auf Ungiftigkeit achten und frisch gestrichene Ställe gründlich ausdünsten lassen, bevor Tiere hinein können. Geeignet sind z.B.: Spielzeuglack, Hartwachsöl, Auro Naturöl, Dekorwachs oder Leinölfirnis. PVC als Material zum auskleiden für den Boden muss so verarbeitet werden, das es keinesfalls angenagt werden kann (anbringen von Abschlussleisten). Die Ausdünstungen von PVC sind gesundheitsschädlich, weshalb man PVC von der Rolle erst im auseinander gerollten Zustand für 4 Wochen ausdünsten lassen sollte, bevor man es dann weiter verarbeitet. Stabile Teichfolie ist als Bodenbelag nur geeignet, wenn sie so verlegt ist, das sie garantiert nicht angenagt werden kann (tödlich), d.h. glatt verlegen und anbringen von Schutzleisten als Abschluss. Eine mögliche Alternative wäre auch die Verwendung von LKW- Planen.
Hierfür eignet sich am besten Holz mit Furnierbeschichtung. Besonders stabil sind Arbeitsplatten für Küchen (für die Bodenplatte) oder noch besser sind spezielle Arbeitsplatten für Labore (Nachteil: teuer, Material sehr schwer zu beschaffen). Alle Ecken / Fugen müssen mit einem Aquariumkitt oder qualitativ gutem Sanitär- Silikon abgedichtet werden, um eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Den Kitt nach Anwendung gut antrocknen und ausdünsten lassen. Die Höhe der Seitenwände (wenn keine Wand offen, sondern die Anlage ringsum geschlossen sein soll) einer oben offenen Käfig- Anlage braucht nicht höher als 30 cm sein, um zu gewährleisten, das die Wohnfläche ausreichend belüftet wird (Ammoniakdämpfe, Wärmestau). Möchte man lieber höhere Seitenwände anbringen, sollte wenigstens 1 Seitenwand aus luftdurchlässigem Draht/Gitter bestehen oder man bringt entlang einer Seite ca. 12- 15 cm über Bodenhöhe Belüftungsgitter an. Möchte man Scheiben anbringen, um seiner Anlage besseren Lichteinfall und ein wenig Vitrinencharakter zu verleihen, kann man Glas als auch Plexiglas oder Makrolon verwenden. Bastlerglas ist ungeeignet (splittert). Bei Glas muß man bedenken, das es recht schwer ist. Da ist Plexiglas oder Makrolon besser, wobei zweit genanntes zwar teurer dafür aber dem Plexiglas in punkto Bruch- und Kratzfestigkeit überlegen ist. Man kann seine Platten gleich bei Kauf zuschneiden lassen. Für deren Verklebung gibt es einen Spezialkleber. Plexiglasscheiben oder Makrolon kann man prima als herausnehmbare Trennwände benutzen, wenn man entsprechende Führungsschienen an den Innenwänden der Anlage anbringt, in die sie je nach Bedarf bequem eingeschoben und wieder entfernt werden können. Dies ist besonders für Züchter interessant, die häufiger mal Tiere umquartieren/ separieren müssen. Der Eigenbau hat den Vorteil, das man die Maße ganz nach Platzverhältnissen und die Einrichtung nach eigenen Phantasien frei kreieren kann. Wenn es an größerer Stellfläche mangelt, baut man einfach über mehrere Etagen gehend in die Höhe. Sehenswerte Anregungen zum Eigenbau von Käfiganlagen: http://www.mel-s.de/index2.html (Auf der Hauptseite „Eigenbau“ anklicken)
Kälte wird von Meerschweinchen wesentlich besser vertragen als Hitze. Die Tiere müssen jedoch langsam an kalte Außentemperaturen gewöhnt werden, um Gelegenheit zu haben dichteres Winterfell zu entwickeln. Ein trockener, Kälteisolierter Unterschlupf darf zudem nicht fehlen. Bei gut isoliertem Stall können die Meerschweinchen auch bei Minusgraden draußen überwintern. Zwecks gegenseitigem aufwärmen ist Gruppenhaltung natürlich zu bevorzugen.
Wenn Sie ein Meerschweinchens in einer Zoohandlung kaufen möchten, dann achten Sie darauf, ob die Tiere dort nach Geschlechtern getrennt sitzen, denn dies ist ein Manko nicht weniger Zoogeschäfte, zum Leidwesen vieler Tierkäufer und der Tiere selbst. Junge Weibchen aus solchen Verkaufskäfigen, in denen nicht nach Geschlechtern getrennt wurde, sind zum Zeitpunkt des Kaufs nicht selten bereits tragend obwohl sie ihre Zuchtreife längst noch nicht erlangt haben. Sie können ihre Meerschweinchen alternativ dazu bei seriösen Züchtern kaufen. Adressen geben gern die verschiedenen Meerschweinchenvereine bekannt. Wenn Sie sich ein Tier bei 1 Züchter kaufen, dann lassen Sie sich von diesem auch sein gewohntes Kraftfutter mitgeben, welches Sie Ihrer Futtersorte anfangs untermischen, um die Gesundheitsgefahren einer Futterumstellung zu mindern. Sehen sie sich dort gut im Bestand um, ob die Tiere alle einen gesunden und munteren Eindruck machen. Achten sie beim Kauf immer auf:
Neu hinzu gekaufte Tiere sind in der Anfangsphase besonders infektanfällig, bedingt durch die ganze Stresssituation die sie durch Umgebungswechsel, Futterumstellung usw. erfahren. Sie bringen Hauskeime aus ihrem eigenen Bestand mit und werden gleichzeitig bei Besitzerwechsel mit den Hauskeimen der Tiere des Neubesitzers konfrontiert, so dass latente Infektionen -soweit vorhanden- leichter ausbrechen können. Daher neu erworbene Tiere vorerst in Quarantäne setzen.
Die Kellerhaltung ist nur begrenzt geeignet für die Meerschweinchen- Haltung, da Keller häufig zu feucht sind oder zu wenig Tageslicht herein lassen, was beides der Gesundheit schadet. Tageslicht nimmt zum einen Einfluss auf den Hormonhaushalt, ist wichtig für die Vit. D- Bildung im Körper und für die Augen, die durch zu dunkle Haltung Schaden nehmen können. Geeignet sind also nur helle und trockene Kellerräume. Fehlt es nur an Tageslicht, müssen wegen der notwendigen UV- Strahlung zumindest spezielle Tageslichtröhren installiert werden, weil diese durch andere Lichtquellen nicht ersetzt werden kann.
Kotwannen für den Eigenbau von Käfiganlagen werden von verschiedenen Herstellern angeboten, die teilweise auch nach Wunschmaßen fertigen. Adressen findet man meist in Kaninchenfachzeitschriften oder auch im Internet.
Künstliches Licht, siehe auch Lichtbedarf Sind Räumlichkeiten für die Meerschweinchen-Haltung zu dunkel, muss künstliches Tageslicht her, bei einer täglichen Brenndauer von 10 - 12 Stunden. Fragen sie im Zoofachhandel nach Leuchtstoffröhren mit Tageslichtspektrum (z.B.:True- Light oderOsram Biolux).
Da Meerschweinchen ein um vielfach feineres Gehör als der Mensch besitzen, sollte Lärm in ihrer Umgebung weitgehend vermieden werden. Lärm ist für Meerschweinchen ein Stressfaktor, weshalb man ihren Käfig keinesfalls direkt neben einer Musikbox oder dem Fernseher platzieren sollte, allein schon wegen dem Elektrosmog nicht der von solchen Geräten ausgeht. Völlig schallisoliert brauchen sie natürlich auch nicht gehalten werden, denn sie wollen schon ein wenig am Familiengeschehen teilhaben und gewöhnen sich auch entsprechend an bestimmte, alltägliche Geräusche im Haushalt.
Lichtbedarf, siehe Kellerhaltung
Für die Paarhaltung sind 2 Säue oder 2 Böcke oder 1 kastriertes Männchen zusammen mit 1 Weibchen geeignet. Die Zusammenführung kann zunächst auf neutralem Boden unter Beobachtung geschehen. Siehe dazu auch unter Böckehaltung und Gruppenhaltung.
Pflanzenschutzmittel, siehe unter Gefahren
Jedes neu hinzu gekaufte Meerschweinchen sollte für wenigstens 14 Tage zunächst von anderen Meerschweinchen, die man bereits besitzt, möglichst sogar räumlich getrennt untergebracht werden, zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten. Sicher gibt es auch Krankheiten die eine längere Inkubationszeit als 14 Tage haben aber wenigstens ist eine kleine Vorsorge besser als nichts. Da neue Tiere teilweise sehr große Schwierigkeiten haben sich in einer neuen Umgebung einzugewöhnen oder so sehr unter Ängsten und Einsamkeit leiden, das sie sogar das Futter verweigern, geselle ich persönlich eines meiner robustesten Tiere aus dem Bestand zu ihm dazu, denn so ist allenfalls nur ein Tier betroffen und der restliche Bestand geschützt, falls wirklich eine Erkrankung ausbrechen sollte. Meerschweinchen aus fremden Beständen können Krankheitserreger einschleppen, was ihnen anfangs manchmal noch gar nicht anzusehen ist und dann erst einige Tage später, bedingt durch den ganzen Umstellungsstress, akut zum Krankheitsausbruch führt. Diese Gefahren gehen auch von Tieren aus, die man in Urlaubspflege nimmt, daher Kontakte zu fremden Meerschweinchen möglichst vermeiden. Auch erkrankte Tiere müssen von den anderen solange separiert werden, wie es der Tierarzt für erforderlich hält. Da auch der Mensch und die Gegenstände welche für alle Tiere gemeinsam verwandt werden, wie z.B. die Schaufel zum ausmisten etc. als Überträger fungieren können, sollte man entsprechende Hygienemaßnahmen (Hände waschen, Desinfektion, auch an kontaminierte Kleidung denken usw.) beachten. Gerade was speziell die Menschen als mögliche Krankheitsüberträger angeht, da sind manche Meerschweinchenzüchter recht penibel, was das anfassen ihrer Tiere durch Besucher angeht.
Rudelhaltung, siehe Gruppenhaltung und Böckehaltung Sägespäne, siehe Einstreu
Der Käfig sollte Zugluft (besonders Gegenzug ist gefährlich) geschützt an einem trockenen, lärmfreien und hellen Ort stehen, möglichst in Tischhöhe.
Stroh, siehe auch Einstreu Stroh dürfte das günstigste Einstreumaterial für Meerschweinchen sein und ist speziell für die Außenhaltung als guter Wärmespender nicht weg zu denken. Die Vor- und Nachteile von Stroh kann man unter Einstreu nachlesen. Stroh ist auch ein geliebter Aufenthaltsort von Milben, d.h. man kann sich durch kontaminiertes Stroh auch mal einen Milbenbefall seiner Tiere einhandeln. Im Bedarfsfall sollte man dann besser die Kaufquelle wechseln. Weiterhin sind Augenverletzungen durch starre Strohhalme nicht all zu selten, weshalb die Verwendung geheckselten Strohs vorzuziehen ist. Stroh ist für die Innenhaltung kein unbedingt notwendiges Einstreumaterial, zumal selbst zu Ernährungszwecken hauptsächlich Heu als Ballaststoffspender dient.
Die Sonne gibt UV- Strahlen ab, die wichtig sind für die Bildung von Vit. D im Körper. Fensterscheiben können diese Strahlungen filtern, sodass bei Innenhaltung unter lichtarmen Verhältnissen Mangelerscheinungen möglich sind. Gegen Sonnenbäder ist nichts einzuwenden, solange die Tage noch nicht zu heiß sind und die Meerschweinchen schattige Rückzugsmöglichkeiten haben. Empfindlich gegen direktes Sonnenlicht sind allerdings alle rotäugigen Meerschweinchen, da ihnen die nötigen Pigmente im Auge fehlen, die es vor zu grellem Lichteinfall schützen.
Erfahrungsbericht von Isabella Wolf: Die Gewöhnung an Stubenreinheit klappt bei Meerschweinchen am besten, wenn sie noch klein sind (etwa bis zu einem Alter von ca. 3- 4 Mon.), weil deren Lernbereitschaft einfach höher ist als bei älteren Tieren. Ein natürliches Bedürfnis in geschützte Ecken -am besten mit Dach über dem Kopf- zu köddeln haben alle Meerschweinchen, zumindest die ersten Monate. Mit zunehmender Gewöhnung an Menschen und Umgebung kann das aber verloren gehen. Dieses Schutzbedürfnis beim Kot- und Urin absetzen braucht man nur mit entsprechenden "Örtchen" befriedigen, die man an den gewünschten Stellen im Auslaufbereich aufstellt. Ich hatte anfangs in jeder "günstigen" Ecke des Zimmers so eine Streuschale mit Dach, mittlerweile kommen sie mit einer aus. Sie gewöhnen sich daran und gehen irgendwann automatisch nur noch dahin. Das Wichtigste ist, dass sie beim Auslauf selbst wieder in den Käfig gehen können, denn dann kommt man später sogar ganz ohne externe Klos aus. Es hängt allerdings auch von der Größe des Auslaufgebietes ab, ob sie wieder zum Pieseln in den Käfig gehen oder nicht. DasAuslaufgebietes habe ich wie folgt gesteigert: Am Anfang nur ein Quadratmeter, damit sie lernen rein und raus zu springen, sich aber nicht zu weit entfernen können, um zurückzufinden. Falls das nicht klappt, kann man mit Futter als Lockmittel den Weg zeigen. Dann alle paar Tage ein bischen größer, das hängt ganz von den Schweinchen ab. Manche sind clever und finden sofort den Weg, andere brauchen viel länger. Wenn sie die Orientierung verlieren, passiert schnell ein Maleur in einer geschützen Ecke... Kauft man ältere Meerschweinchen zu seiner bereits stubenreinen Meerschweinchengruppe hinzu, kann dies Probleme geben bzw. am Ende pieseln dann u.U. wieder alle ins Zimmer. Als bei mir z.B. einmal Pflegetiere zu Gast waren und diese anfingen überall hinzumachen, haben es meine prompt nachgemacht. Es dauerte anschließend Wochen, ihnen das wieder abzugewöhnen. Bisher hatte ich drei Kleine zu den jeweils vorhandenen Älteren hinzugesetzt, das hat immer geklappt, mit der Klobenutzung, durch "Lernen am Modell" halt. Manche Meerschweinchenhalter belohnen ihre Meerschweinchen anfangs jedes Mal mit einem kleinen Leckerbissen, direkt nachdem sie das Klo benutzt haben. So aufwendig habe ich das gar nicht betrieben, denn es klappte auch so. Als meine Meerschweinchen noch klein waren, hatte ich Werkzeugkleinteilekisten aus Plastik als Toiletten benutzt. Die haben hohe Ränder und vorn eine niedrigere Einbuchtung zum Einstieg. Darin kann man die handscheuen Schweine auch sehr gut aus dem Auslauf einsammeln. Anfangs hat es sich bewährt, etwas beschmutzte Streu mit rein zu tun, damit die Schweinies schneller merken, dass das Dings für sie gedacht ist. Später kann man sich das sparen, sie suchen gezielt nach den Lieblingsplätzen mit Dach drüber. Mittlerweile sind meine Meerschweinchen- Toiletten komfortabler geworden, ich verwende derzeit Plastikschalen (aus dem Fressnapf) und darauf ein Holzhaus oder 1 kleinen Hocker als Dach. Die Hocker sind am beliebtesten, weil man von jeder Seite rein kann, machen aber auch den meisten Dreck. Als Streu benutze ich die ganz normale Einstreu (Sägespäne), wie im Käfig. Gegen das Herumfliegen der Einstreu lege ich immer noch eine Handvoll Heu drauf, damit Schweins beim Köddeln auch noch fressen können, was sie gerne tun. Anmerkung von Thea: Da es nicht ganz unbedenklich ist, wenn Meerschweinchen durch Ausscheidungen verunreinigtes bzw. feucht gewordenes Heu fressen, würde ich persönlich eher versuchen anstatt der Heuauflage auf schwerere Materialien als Sägespäne zurück zu greifen, z.B. auf pelletierte Einstreu aus Hanf, Holz oder Stroh.
Kommentar zum Foto: Die Toiletten werden gelegentlich auch mal zum nur drin rum sitzen benutzt, wenn sie "geräumig" genug sind. Die Toiletten für meine Tiere stehen mittlerweile auf der zweiten Ebene im Käfig, weil wir im Auslauf keine mehr brauchen. Meine Schweine können den ganzen Tag aus dem Käfig raus und nutzen das alle halbe Stunde für ein paar Minuten, dann gehen sie wieder rein. Das "stille Örtchen" ist beliebt, wie mancher weiß und hier auch sieht... Während Mensch oft gern dort liest- das Schweinchen (lieber) seinen Schlaf genießt..
Sie schotten die Tiere nicht nur zu sehr vor ihrer Umwelt ab, sondern bergen auch gesundheitliche Gefahren. Durch die Urinausscheidungen bilden sich in der Einstreu Ammoniakgase, die über dem Boden schweben und da schwerer als Luft aufgrund der hohen Seitenwände nicht entweichen können. Die Folge sind Atemwegsbelastungen bzw. Atemwegserkrankungen. Für Kleinnager gibt es spezielle Vivarien die nicht ganz so hohe Wände haben und etwas geeigneter sind. Vivarien werden z.B. im Buch von Ruth Morgenegg vorgestellt. Möchte man selbst eine Käfiganlage mit Frontverglasung bauen, sollte man die Seitenwände so niedrig wie möglich planen oder nicht allzu weit über Bodenhöhe einige Belüftungsgitter anbringen.
Transport, siehe auch unter Hitze Im Zoofachhandel oder auf größeren Tiermärkten/Ausstellungen mit Zubehörverkauf werden spezielle Kleintier- Transportboxen angeboten. Für einen Kurzstrecken- Transport mehrer Meerschweinchen sind Transportkisten aus Aluminium (leider mit Holzböden) für Tauben geeignet, da sie Trennwände besitzen, die teils auch herausgenommen werden können. Im allgemeinen sind Kunstoff - Boxen (z.B. Rubbermaid- Allzweck-Kisten oder der Pet Voyageur StowAway) jedoch empfehlenswerter, da sich diese besser reinigen und desinfizieren lassen. Transportboxen sollten auf jeden Fall über ausreichende Lüftungsöffnungen verfügen. Der Deckel kann während dem Transport ansonsten verschlossen bleiben, zumal eine dunklere Kiste „Höhlencharakter“ besitzt und den Tieren ein Gefühl von Schutz vermittelt.
Dennoch können durch den Trinkvorgang Futterpartikel einschwemmen, diese setzen Krankheitserreger an und lassen das Wasser schnell faulen. Besonders im heißen Sommer kann das Wasser in der Flasche sehr rasch umkippen. Dies lässt sich durch einen täglichen Wechsel des Trinkwassers vermeiden. Auch die Zugabe von 2 Trpf. Grapefruitkernextrakt (zu bestellen in Apotheken), schützt vor Keimwachstum und ist gleichzeitig noch ein kleiner Vit. C- Spender dazu. Trinkflaschen mind. 1- 2 x wöchentlich reinigen. Zur Reinigung sind normale Flaschenbürsten geeignet. Falls dies nicht ausreicht, kann auch die Befüllung mit Sand oder Toilettenpapier plus Wasser - unter kräftigem schütteln- einen wirkungsvollen Reinigungseffekt erzielen. Verwenden kann man zur Reinigung der Flaschen alternativ auch Brausetabletten für Zahnprothesen, man muss die Flaschen dann hinterher nur wieder gründlich ausspülen. Zum reinigen der Saugnippel eignen sich Pfeifenreiniger oder Wattestäbchen. An Trinkflaschen bietet der Handel ein reichhaltiges Sortiment in unterschiedlichen Materialien, Formen und Nippelfunktionen. Undurchsichtige Flaschen schützen vor dem raschen Wirkungsverlust lichtempfindlicher Vitamine. Es gibt Saugnippel, die durch 1 Stift abgedichtet sind, den die Tiere eindrücken müssen oder welche mit Kugelventilen, welche durch leichten Gegendruck und Rollbewegung Wasser frei geben. Reine Saugröhrchen ohne jegliches Ventil gibt es ebenso, auch diese können je nach Produkt durchaus tropfdicht sein. Frisch gefüllte Wasserflaschen tropfen anfangs solange bis ein Vakuum in der Flasche entstanden ist. Sollte eine neue Flasche überdies hinaus stark tropfen, scheuen Sie sich nicht, diese beim Händler zu reklamieren. Qualitätsunterschiede der einzelnen Produkte sind genauso möglich, wie eine defekte neue Flasche. Meerschweinchen die das trinken aus Flaschen noch nicht kennen, lernen dies entweder durch ihre Käfiggenossen oder man leistet selbst ein wenig Hilfestellung, indem man ihr Mäulchen an die Flasche heranführt und die Flasche so weit zusammen drückt bis Wasser austritt. Die Meerschweinchen gewöhnen sich relativ schnell daran.
Überwinterung, siehe Außenhaltung + Außenstall Fährt man nur 1- 2 Tage fort, können die Meerschweinchen für diese Zeit auch mal allein Zuhause bleiben, wenn sie vorher ausreichend mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt werden. Für den sofortigen Verzehr kann man kleinere Mengen an rasch verderblichem Futter reichen, der Großteil an Saftfutter sollte dann jedoch aus haltbarem Gemüse wie z.B. Rüben, Fenchel usw. bestehen, welches garantiert die Tage übersteht ohne zu verderben. Bei Urlaubsfahrten die sich über mehr als 2 Tage erstrecken, müssen die Tiere entweder mitgenommen oder einer Pflegeperson anvertraut werden. Dies kann die Verwandtschaft, ein netter Nachbar, Freunde, Bekannte, gleichgesinnte Meerschweinchenhalter oder ein Züchter sein. Urlaubspflege bieten auch manche Tierheime, Zoohandlungen, Tierpensionen oder sogar manche Tierärzte an. Auch im Internet findet man Tiersitterbörsen oder man kann sich von den Meerschweinchenfreunden Deutschland e.V. (HP- Adresse unter “Links”) eine Broschüre bestellen, in der Halter und Züchter zu finden sind, die Meerschweinchen in Pflege nehmen. Wichtig ist, die Pflegepersonen über die Bedürfnisse der Meerschweinchen, speziell in punkto Fütterung, ausreichend zu informieren. Vorher mit der Pflegestelle absprechen, was im Krankheitsfall zu tun ist und die Telefonnummer des eigenen Tierarztes als auch jene, wo man im Urlaub notfalls erreichbar ist, zu hinterlassen. Das eigene, gewohnte Kraftfutter sollte der Pflegeperson auf jeden Fall ausgehändigt werden. Am besten ist auch die Unterbringung im eigenen gewohnten Käfig.
Vergesellschaftung Böcke mit Böcken, siehe unter “Böckehaltung” Weibchen, siehe Gruppenhaltung Mit anderen Tieren, siehe Zusammenhaltung...
Auf das Versenden von Meerschweinchen zwecks Besitzerwechsel etc. sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Längerer Transport stellt für Meerschweinchen einen sehr großen Stressfaktor dar und man kann als Tierhalter auch nicht kontrollieren welchen Klimaverhältnissen die Tiere unterwegs ausgesetzt sind. Einzeltiere sollten schon gar nicht verschickt werden, wenn dann grundsätzlich mindestens zu zweit. Bei Tierkauf aus der Ferne, weiß der künftige Neubesitzer vorher nicht, ob die Tiere tatsächlich gesund sind und ob sie überhaupt seinen Vorstellungen entsprechen. Aus beiden Gründen sind Neubesitzer schon sehr oft maßlos enttäuscht worden. Es gibt Speditionen, die sich auf reinen Tiertransport spezialisiert haben und die sogar teils über klimatisierte Frachträume ihrer Fahrzeuge verfügen. Vergleiche sollte man sich deshalb im Bedarfsfall auf jeden Fall einholen. Verschickt man Tiere per Bahn, können sie nach Ankunft sofort vom Neubesitzer in Empfang genommen werden. In Flugzeugen werden die Tiere in speziellen druckausgleichenden Frachträumen transportiert, jedoch befördern nicht alle Fluggesellschaften Kleinnager.
Winter, siehe Außenhaltung + Außenstall
zähmen, siehe Eingewöhnung
Zugluft bzw. Gegenzug ist für Meerschweinchen Gift! Sie reagieren darauf sehr rasch mit Augenentzündungen oder ernsthaften Atemwegserkrankungen.
Zusammenhaltung, mit anderen Tieren
Vorweg sei gesagt, dass man durch Vergesellschaftung zweier artfremder Tiere, keinem von beiden einen Artgenosse ersetzen kann, da beide eine völlig andere “Sprache“ (Lautäußerungen/ Körpersprache) sprechen. Das Meerschweinchen fühlt sich am wohlsten unter Artgenossen, egal wie einträchtig eine Gesellschaft aus zwei verschiedenen Tierarten aus Menschensicht ausschauen mag! Von daher sollen nachstehende Aufzählungen hauptsächlich nur zur Information dienen, wie die genannten Tierarten auf Meerschweinchen überhaupt reagieren und wann besondere Vorsicht geboten ist. Wenn schon Vergesellschaftung mit einer anderen Tierart, dann nur unter der Voraussetzung, dass das gemeinsame Gehege nicht nur platzmäßig, sondern auch von der Einrichtung her beiden Tierarten gerecht wird und zudem beide Tierarten mindestens einen eigenen Artgenossen dabei haben, wobei natürlich auch an die unterschiedlichen Futteransprüche gedacht werden muß. Nicht zuletzt sollte man gut überlegen was man mit einer Zusammenhaltung verschiedener Tierarten eigentlich erreichen will und ob es den Tieren selbst überhaupt in irgendeiner Weise dienlich ist!? Wie immer gilt auch hier - persönliche Aspekte dem Tier zuliebe immer hinten anzustellen.
1.) Mit Kaninchen: Oft klappt die Vergesellschaftung mit Meerschweinchen recht gut, allerdings werden immer wieder mal Fälle bekannt, wo Kaninchen urplötzlich Aggressionen gegen die Meerschweinchen entwickelt haben, weshalb eine Trennung letztendlich nicht zu vermeiden war. Kaninchen besitzen ein sehr ausgeprägtes Territorialverhalten, weshalb sie bei zu beengten Platzverhältnissen oder wenn sie einen Geschlechtspartner vermissen, früher oder später Aggressionen entwickeln können. 2.) Mit Hunden: Hunde reagieren auf Meerschweinchen recht unterschiedlich. Manche Hunde entwickeln Mutterinstinkte oder übernehmen sogar eine Beschützerfunktion. Hunde die im Meerschweinchen einen Spielkameraden sehen, verhalten sich Meerschweinchen gegenüber ohne bösen Willen manchmal etwas zu stürmisch und tollpatschig, weshalb man sie nicht ohne Aufsicht zusammen laufen lassen sollte. Bei anderen Hunden wiederum wird der Jagdtrieb so extrem geweckt, das ihnen nicht wenige Meerschweinchen schon zum Opfer gefallen sind. Solche Hunde (meist sind es fremde Hunde) aus dem Meerschweinchen- Zimmer oder Garten völlig fernhalten. 3.) Mit Katzen: Katzen reagieren recht unterschiedlich auf Meerschweinchen. Meerschweinchen zählen zwar nicht zu den Beutetieren einer Katze, jedoch macht so manche Katze vor einem neugeborenen Meerschweinchen- Baby nicht unbedingt halt. Auch Angriffe auf adulte MS hat es schon gegeben. Manche Katzen versuchen mit den Meerschweinchen zu spielen. Katzen sind durchaus in der Lage sich an Meerschweinchen zu gewöhnen, denn mir sind mehrere großflächige Meerschweinchen- Freilaufgehege bekannt, zu denen die eigenen Haus- und Hof- Katzen stets freien Zugang genießen ohne sich je an den Meerschweinchen vergriffen zu haben. 4.) Mit Hamstern / Chinchillas:
Hamster und Chinchillas sind nachtaktive Tiere, von daher für die Vergesellschaftung mit Meerschweinchen ungeeignet.
5.) Mit Ratten: Ratten lassen sich bedingt mit Meerschweinchen zusammen halten, d.h. nur dann, wenn mit den Meerschweinchen nicht gezüchtet wird, denn neugeborene Meerschweinchen werden von ihnen ohne Skrupel angefressen.
6.) Mit Schildkröten: Die gemeinsame Unterbringung im Gartenauslauf ist teilweise möglich, müsste vorher ausprobiert werden. Sobald eine Schildkröte Anstalten macht zuzubeißen, dann umgehend trennen. Männliche Schildkröten können in Brunststimmung recht aggressiv werden, d.h. wenn sie beginnen sollten die Meerschweinchen ständig zu verfolgen und mit ihrem Panzer zu rammen, dann auf jeden Fall trennen.
7.) Mit Streifenhörnchen: Streifenhörnchen reagieren den Meerschweinchen gegenüber entweder ängstlich, gleichgültig oder angriffslustig.
8) Mit Vögeln: Meerschweinchen scheinen auf Vögel oft eine gewisse Faszination auszuüben. Sie schauen gern mal auf einen kurzen Besuch in den Behausungen der Meerschweinchen vorbei, versuchen mit ihnen zu schnäbeln, klauen ihr Futter oder versuchen todesmutig auf deren Rücken zu landen, um einen kleinen Ausritt zu wagen. Vorsicht bei Papageien, welche mit ihren kräftigen Schnäbeln u. U. empfindlich zubeissen können.
9.) Mit Mäusen: Mäuse werden von den Meerschweinchen recht gut geduldet. Wildmäuse sind schon in Einigkeit mit den Meerschweinchen um 1 Futternapf gesichtet worden. Wildnager gelten allerdings als potentielle Infektionsquellen und haben deshalb in Meerschweinchenställen nichts zu suchen!
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