Bettelqieken

        

Algenpräparate

Sie sind recht mineralien- und aminosäurenreiche Nahrungsergänzungsmittel, die in Zoofachgeschäften für Hunde  angeboten werden. Seealgen fördern die Pigmentierung von Haut und Fell + verleihen dem Fell mehr Glanz und Dichte. Diese Eigenschaften hat sich schon so mancher Hundeaussteller zunutze gemacht, um die Farbe seiner beispielsweise roten Hunde noch intensiver + hübscher zu bekommen. Es gibt kaum Meerschweinchen - Besitzer, die Algenpräparate zufüttern und man muss auch in Betracht ziehen, dass dem üblichen Kraftfutter bereits in ausreichender Menge Mineralien zugesetzt sind. Für jene, die es interessiert...... Dem MS genügt tgl. eine kleine Prise davon.Man kann ihm z.B. eine Gurkenscheibe damit bestreuen.

 

Alleinfutter

Ein Kraftfutter darf sich nur Alleinfutter nennen, wenn es alle Nährstoffe, inkl. Mineralien / Spurenelemente und Vitamine enthält, die das Tier zum leben benötigt d.h. ohne das Mangelerscheinungen auftreten.

Leider findet man aber manchmal als „Alleinfutter deklarierte Futtersorten, denen z.B. kein, für das MS lebens- notwendiges, Vitamin C zugesetzt wurde! Einige Hersteller setzen heutzutage ihrem Meerschweinchen- Kraftfutter auch Vit.C zu. Durch Erhitzung (z.B. beim Pelletiervorgang des Pressfutters unter hoher Hitzeeinwirkung), Oxydation oder zu lange Lagerung wird die Wirksamkeit von Vitamin C jedoch zunehmend zerstört. Deshalb ist grundsätzlich anzuraten, trotz aller Vitamin C – Zusätze, nicht auf die tägliche Fütterung von frischem Grünzeug zu verzichten.

 

Aminosäuren

Hierbei handelt es sich um Bausteine aus denen Eiweiß gebildet wird.                                                   Einige Aminosäuren können vom Körper selbst aufgebaut werden und einige unter ihnen müssen mit der Nahrung zugeführt werden, d.h. sie sind essentiell (lebensnotwendig). Die Qualität eines Eiweißes in der Nahrung wird bestimmt durch die Menge an enthaltenen lebensnotwendigen Aminosäuren und deren Verhältnis zueinander. Man spricht hier von seiner biologischen Wertigkeit, die recht unterschiedlich sein kann.Angaben über den Eiweißgehalt eines Nahrungsmittels sagen noch nichts aus über den Gehalt an Aminosäuren.Mit Hilfe eines ausgewogenen, abwechslungsreichen Nahrungsangebotes kann man einem Mangel an essentiellen Aminosäuren entgegenwirken. Der Körper zerlegt aufgenommenes Eiweiß in seine Aminosäuren, um daraus körpereigenes Eiweiß aufzubauen. Tierisches Eiweiß benötigen Meerschweinchen allenfalls in Spuren. Oft ist es den Kraftfuttermitteln bereits zugesetzt, so dass man auf gelegentliche Zufütterungen von Garnelen, Hundekuchen, Milchpulver etc. getrost verzichten kann, wenn in der Nährstoffanalyse des Kraftfutters die Aminosäuren Methionin +  Lysin deklariert sind.

 

Essentielle  Aminosäuren für Meerschweinchen

Funktionen im  Körper

Mangelerscheinungen  bei Meerschweinchen

Lysin

    Längenwachstum,  Milchproduktion, Entwicklung der Epiphysenknorpel

    Zwergwuchs,  Zyklusstörungen, Muskel- degeneration, Epiphysenschwund (Wachstumsfugen),  Skelettmissbildungen

Methionin

    Körper-u.  Haarwachstum, Leberschutz, Blut- u. Muskulaturaufbau

    Leberverfettung, Lebernekrose, Lezithin- und Muskelschwund, Haarveränderungen, Blutarmut

Cystin

    Wachstum von Haut + Haaren, Antioxidans

    Leberverfettung, Leberzirrhose, Hautentzündung,Haarausfall, struppiges Fell, Infektanfälligkeit, anomale Kopfgröße

Phenylalanin

    Blutbildung, Pigmentbildung, Hormonaufbau von Adrenalin u. L- Thyroxin

    Pigmentstörungen, Schilddrüsen- und Nebennierenfunktionsstörungen

Tyrosin

    Mitverantwortlich für die Funktion der Nebenniere, Schild- und Hirnanhangdrüse

    ?

Arginin

    Wachstum

    Wachstumshemmung

Histidin

    Synthese des Blutfarbstoffes, Aufbau von Nukleinsäuren

    Blutarmut

Tryptophan

    Milchproduktion, Fortpflanzung, Augen, Haare

    Wachstumshemmung, Haarausfall (Haarschwund), Blindarmaufgasung, Augenveränderungen (z.B. Katarakt), Hodenschwund, absterben der Spermien, Durchfall, Zahnschmelzschäden

Threonin

    Verwertung der Aminosäuren aus der Nahrung

    Gewichtsabnahme, KompletteAusscheidung von zugeführtem Stickstoff

Leucin

    Aufbau von Plasma- und Gewebeeiweiß

    Negative Stickstoffbilanz

Isoleucin

    Verwertung der Aminosäuren aus der Nahrung

    Gewichtsabnahme, Komplette Aus- scheidung von zugeführtem Stickstoff

Valin

    Funktion des Nervensystems

    Berührungsempfindlichkeit, Koordinationsstörungen

         

         

Ascorbinsäure, s.a. Vitaminmangel

Dies ist die Bezeichnung für Vitamin C. Es ist am Stoffwechsel beteiligt, fördert die körpereigenen Abwehrkräfte und die Eisenverwertung, beeinflusst die Funktionen von Bindegewebe, Knochen, Zähnen, verhindert Skorbut uvm.                            Vit.C ist sehr empfindlich gg. Hitze, Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit und lange Lagerung.                                                        Für MS ist es lebensnotwendig, täglich mit der Nahrung Vit.C aufzunehmen, da ihr Körper dieses nicht selbst bilden kann und ein Mangel zu schweren Gesundheitsstörungen, bis zum Tod führen kann.                                                        Besonders reichhaltig an Vit.C. sind Obst – Gemüsesorten, wie Orangen, Honigmelone, Chinakohl, Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Paprika, Petersilie, Löwenzahn, Sauerampfer.                                                                                                      Das Vit.C in Gemüse, Obst oder Kraftfutter verliert durch längere Lagerung in sehr hohem Maße an Wirksamkeit, daher sollte alles so frisch wie möglich verfüttert werden. Der tägliche Bedarf an Vit.C liegt für ein ausgewachsenes MS etwa bei l0 mg, für tragende Tiere doppelt so hoch. Es ist zu empfehlen, besonders in den vitaminarmen Wintermonaten  wenigstens 2x wöchentlich zusätzlich der Grünzeugfütterung noch Vit. C über Trinkwasser zuzugeben. Auf 100 ml  Wasser rechnet man 20-40 mg Ascorbinsäure - Pulver und gibt dazu 100 mg Zitronensäure -Pulver hinzu. Beides ist in der Apotheke erhältlich. Das Trinkwasser muss täglich erneuert werden! Die Zitronensäure schützt das Vit.C zum einen vor Oxydation, zum anderen verbessert es die Verwertung für den Körper.

 

Calcium - Phosphorverhältnis

Beide Mineralstoffe müssen -wie alle anderen- in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und in bestimmter Menge, mit der Nahrung zugeführt werden, um Ernährungsbedingte Gesundheitsstörungen zu vermeiden.

Calcium und Phosphor sind u.a. für den Aufbau der Knochen und Zähne zuständig, regulieren den Säure-Basenhaushalt und andere Stoff­wechselfunktionen. Calcium ist zudem an der Hormonfreisetzung, sowie an der Milchbildung beteiligt.

Vitamin D fördert die Aufnahme beider Mineralien aus dem Darm und bewirkt deren Einlagerung in die Knochen.

Ein Überangebot an Kalzium führt zu Weichteilverkalkungen (besonders der Nieren) und einem erhöhten Harnstein- risiko. 

Ein Überangebot an Phosphor bewirkt einen Kalziummangel, Knochenabbau und erhöht das Harnsteinrisiko.

Ein Überangebot an Vit. D. kann zu Vitaminvergiftung, Organverkalkung und Nierenschäden inkl.Steinbildung führen.

Ein Mangel an Ca, P und Vit. D führt zu Mineralisationsstörungen des Skelettes bei Jungtieren (Rachitis) und  Knochenentkalkung bei ausgewachsenen MS.

Ein akuter Ca- Mangel zeigt sich in Muskelkrämpfen, während ein chronischer Mangel zu Wachstumshemmung, Zahnanomalien u.a. führen kann.

Die Aufnahme von Mineralien verringert sich insgesamt, durch schlecht verdauliche Rohfaser,z.B. zu stark verholztem Heu. Die verschiedenen Heuqualitäten weisen extreme Ca / P- Schwankungen auf, so dass bei überwiegender Heufütterung Skeletterkrankungen möglich sind.

Ein zu geringer Proteingehalt (unter 8 %) im Futter vermindert die Ca und P- Aufnahme.

Die Ca- Aufnahme wird durch Verfütterung von Spinat und Hafer verschlechtert, während z.B. durch Luzerne die Aufnahme gesteigert wird.

Nach neuesten Erkenntnissen sind wesentlich niedrigere Mineralstoffkonzentrationen im Futter erforderlich, als bisher angenommen.

Ein MS benötigt pro Tag und kg Körpergewicht ca. 100 mg Calcium und 75mg Phosphor, was einem ungefähren Ca / P-  Verhältnis von 2 : 1 entspricht.

Für ausgewachsene MS, die im Erhaltungsstoffwechsel stehen, werden folgende Gehaltsangaben pro kg  Trockenfutter empfohlen:  (Ausgegangen von einer tgl. Futterration von 40 – 60 g / kg KG)

  • 3 – 6 g Calcium                0, 3 -  0, 6 %
  • 2  – 4 g Phosphor            0, 2 -  0, 4 %
  • Vitamin D                         500  - 750 mg

Wer nun ein wesentlich höher konzentriertes Futter füttert, zudem auch noch Salzsteine und andere Vitamin- und Mineral- zusätze zusätzlich verabreicht hat, wird erkennen müssen, das er damit bisher wahrscheinlich zuviel des Guten gegeben hat. 

Ein reichhaltiges Saftfutterangebot kann höher konzentrierte Futtersorten etwas ausgleichen, da hierdurch die Ausscheidung gefördert wird und der Flüssigkeitsbedarf automatisch steigt. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr verbessert die Ausscheidung überschüssiger Mineralien, der Harn wird weniger stark konzentriert, wodurch ein sonst erhöhtes Harnsteinrisiko verringert  wird.

    Quelle:
                                                                                                                                                                                                                                                                     * Kleintierpraxis 41.Jahrg, 4 / 96, S. 275 - 286 Institut für  Tierernährung u. Klinik f. kl.Haustiere der tierärztl. Hochschule Hannover, Helmut MEYER, J. Zentek, Petra Adolph, A. Tau, R. Mischke 
    * Urolithiasis bei Kaninchen und MS, M. Fehr, Der praktische Tierarzt 10/1990                   
    * "Kleinsäuger", Ulmer-Verlag, Stuttgart 1973, Dr. G. Schmidt

 

Citronensäure, s.a. unter Ascorbinsäure

Sie befindet sich in den Zellen aller Lebewesen und spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel. Citronensäure besitzt u.a. die Eigenschaft, Vitamin C weitgehend vor Oxydation zu schützen und es für den Organismus verwertbarer zu  machen. Deshalb sollte man sie zu Vit. C versetztem Trinkwasser stets hinzufügen. Citronensäure gibt es in pulverisierter Form in Apotheken.

 

Diät

...bedeutet Krankenkost.                                                                                                                                                          Die Diät richtet sich nach der Erkrankung und soll die Genesung unterstützen, ersetzt also keineswegs die Behandlung und medizinische Versorgung durch den Tierarzt! Medikamentöse Therapien werden hier nicht genannt.

An käuflich zu erwerbenden Nahrungsergänzungsmitteln/ Diätfuttermitteln für Meerschweinchen (u.a. Nagetiere) sind mir bislang nur 2 Produkte bekannt, die ich persönlich noch nicht ausprobiert aber dennoch kurz vorstellen möchte, da ich sie für recht vielversprechend halte:

    Rodoplantol (Hersteller: PlantaVet GmbH). Diätfuttermittel aus Getreidenebenprodukten, einer Probiotikum- Vormischung für die Darmflora und Hefe. Zum untermischen unter das Futter.

 

    Critical Care ( Hersteller: Oxbow Pet Products 29012 Mill Rd., Murdock, NE 68407)                             Diätfuttermittel für rekonvaleszensbedürftige Meerschweinchen (u.a. Nagetiere), aus Getreide und Heu mit sehr hohem Rohfaseranteil, Mineralien + Vitaminen, sowie probiotischen Zusätzen zur Unterstützung/ Normalisierung der Darmflora. Achtung: Abgabe nur an Tierärzte bzw. Therapeuten!                                                                            Nähere Produktbeschreibung + Bestelladresse von CC findet Ihr auf nachstehender Homepage: http://www.just4bun.de/f_aktuell.htm 

Fütterungsbeispiele:

Abgebrochene oder  fehlende Schneidezähne

Gras, Heu, Kraftfutter 

- kann normal  gefressen werden

Obst / Gemüse   

- muss geraspelt werden

Blattgemüse

- in feine Streifen schneiden

Tipp: Besonders wasserhaltigem Gemüse kann man etwas Haferflocken zum binden untermischen, dann wird es knackiger und kann besser aufgenommen werden.

Brückenbildung Backenzähne/Erkrankungen ohne Verdauungsstörung

Kraftfutter, Paniermehl, Kleie, Heu,Teekräuter 

- Alle Zutaten mit einer Kaffeemühle fein mahlen...

1TL Babykost (Obst, Gemüse)

-...hinzugeben...

1 Prise Säuglingsheilnahrung

-...hinzugeben ... (Nutzen: macht den Brei gleitfähiger)

1 Prise Vit. C- Pulver

-...hinzugeben...

Wasser oder Tee

-...zum anrühren zufügen

Tipp: mindestens 3 - 4 x tgl. 15 - 20ml Brei füttern, dazu eine 1 ml ­ Spritze mit abgeschnittenem Konus verwenden. Zwischendurch immer wieder Flüssigkeit eingeben. Gewichtskontrollen geben Auskunft, ob die Energiezufuhr ausreichend ist.

Blähungen

Diät:

langsamer Kostaufbau mit gutem Heu

entblähende Teesorten:

Fenchel, Kümmel, Kamille

Tipp: Bisherige Fütterung auf Fehlerquellen prüfen!                                                        

Kein Kohlgemüse, kurzer Rasenschnitt, verdorbenes, angewelktes oder angeschimmeltes Futter.

Durchfall

Diät:

Fütterung von gekochtem, durchgesiebtem Leinsaat- schleim wirkt  beruhigend auf Magen und Darm Alternativ kann man auch  Haferschmelzflocken mit ungeschältem, geriebenen Apfel bei  Nahrungsverwei- gerung füttern. Die Schalen des Apfels enthalten Pektine, die dem Durchfall entgegenwirken.

Kraftfutter, Heu, Knäckebrot, Zwieback

- sind erlaubt

Obst / Gemüse

- nur Äpfel, Möhren

dünner schwarzer Tee, besser Elektrolytversetzten Spezialtee (z.B. Oralpädon)

- anbieten oder eingeben.

Tipp: Extrem wichtig ist den Flüssigkeits- u. Elektrolytverlust auszugleichen!              Heilkräuter gegen Durchfall- Wiesenknöterich, Vogelknöterich, Großer Wiesenknopf, Gänseblümchen, Blätter der Schwarzen Johannisbeere, Erdbeere und Brombeere.

Verstopfung

gutes Heu

-auf keinen Fall hartstengelig oder verholzt!

Trinkwasser 

- muss unbedingt verfügbar sein

Saftfutter

- reichlich anbieten

Kraftfutter

- im Akutfall weglassen, später reduziert geben

Tipp: Fütterung auf Fehlerquellen prüfen! Viel Bewegung verschaffen, Bauch leicht massieren

         

 

Fettsäuren

Fett benötigt der Körper als Energiespender, zur Thermoregulation bzw. als Wärmespender, als Füllgewebe zur Einbettung der Organe, es ist Bestandteil der Zellstruktur und fungiert auch als Träger der fettlöslichen Vitamine. Fett setzt sich aus Glyzerin und verschiedenen Fettsäuren zusammen. Die Fettsäuren werden je nach ihrer chemischen Struktur unterschieden in gesättigte, einfach ungesättigte und hoch ungesättigte Fettsäuren. Letztere können vom Körper nicht selbst aufgebaut werden, gelten somit als essentiell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Man nennt sie Vitamin F oder Polyensäuren. Während tierische Fette überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, sind Pflanzenfette reich an einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren.                                                               Hoch ungesättigte Fettsäuren sind besonders reichhaltig in besonders ölhaltigen Saaten (z.B. Sonnenblumenkerne), Nüssen und Pflanzenölen wie z.B. Distelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Sojaöl, Maiskeimöl usw..

 

Fettsäuremangel

Ein Mangel an Fettsäuren kann zu Vitaminmangel, Hauterkrankungen (z.B. Lippengrind) und u.U. zu Wachstumsstörungen führen. Wird ein Fettsäuremangel als Ursache einer Hauterkrankung angenommen, können der täglichen Kraftfutterration am besten einige Sonnenblumenkerne zugefügt werden. Pflanzenöle oder Margarine (davon ist sowieso abzuraten) direkt übers Futter gegeben wird von den meisten Meerschweinchen nicht so gut toleriert und  bei Zuviel kann die pure Eingabe u.U. auch zu Durchfall führen.

 

tterung

Die Fütterungszeiten sollten sich regelmäßig und zu einigermaßen festgelegten Zeiten gestalten. Die Meerschweinchen entwickeln dadurch eine innere Uhr und wissen dann genau, ab wann sich die Veranstaltung eines Quiekkonzertes für sie lohnt. Je mehr kleine, einzelne Mahlzeiten pro Tag gereicht werden, umso besser!                      

Meerschweinchen sind von Natur aus Frühaufsteher, d.h. mit dem ersten Sonnenstrahl klingelt für sie bereits der Wecker und ihr Futtermeister hat sich dann gefälligst unverzüglich danach zu richten.                                                         

Eine sehr gut durchdachte Reihenfolge (besonders auch für die Feiertags- Langschläfer, die mal eben zwischendurch im Halbkoma die Heuraufen auffüllen können, bevor sie sich wieder ihrem wohlverdienten Schlaf widmen, *grins*) der einzelnen Futterkomponenten schlägt m.E. Ruth Morgenegg in ihrem sagenhaften Buch vor:

morgens: nur Heu (muß jedoch auch tagsüber nachgereicht werden, falls alles verzehrt wurde) zur Vorbereitung des Verdauungstraktes auf die nachfolgenden Speisen, die dadurch besser verdaulich werden.

mittags:Grünfutter (etwa 70 - 100 g pro adultes Tier)

abends: etwas Kraftfutter (ca. 1- 2 TL, variiert nach Nährstoffzusammensetzung, Energiegehalt, Alter und Leistung)

Trinkwasser nicht vergessen!

Quelle: Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für Meerschweinchen, Ruth Morgenegg, Kik Verlag

 

Fütterungsfehler

Grünzeug vom Straßenrand (Autoabgase sind Gift,  bleihaltig)Alles was es in der Natur nicht gibt, wie Süßigkeiten aller Art, Salzgebäck, gekochte Speisen (Ausnahme Kartoffel) sind gesundheitsschädlich für MS!Tiefkühlkost oder angefrorenes Futter.Blähende Gemüse - u. Obstsorten wie z.B.: Weißkraut, Rotkraut, Rettich, Wirsing, Bohnen, Erbsen, Bohnenkraut, Blumenkohl, Zwiebeln, Schnittlauch, Steinobst.Gesundheitsschädlich sind auch rohe Kartoffeln oder Rhabarber  (Oxalsäure!)Nasser Klee oder junger Klee in größeren Mengen.Frischer kurzer Rasenschnitt,  besonders wenn er eine Weile gelegen hat (gärt rasch).Angeschimmeltes bzw. verschimmeltes oder ranziges Futter.

 

Futterhygiene, siehe  Hygienestatus in Kraftfuttermitteln

 

Futternapf

Ein Futternapf sollte ausreichend schwer sein, damit er nicht umgekippt werden kann.

 

Futterraufe

Futterraufen verhindern eine Verunreinigung des Heus durch Ausscheidungen  und schützen es vor Feuchtigkeit. Raufenfütterung ist somit wesentlich hygienischer als das Heu einfach  lose in den  Käfig zu legen. Aber die Raufenfütterung hat auch ihre Tücken, denn nicht selten  passieren schlimmste Unfälle, weil manche Tiere in die Raufen hinein zu klettern versuchen und dann u.U. irgendwo hängen bleiben. Daher müssen Raufen so  beschaffen sein, das kein Tier hinein klettern kann. Raufenstäbe dürfen weder zu eng, noch zu weit auseinander stehen, Einstieg von oben verhindern durch anbringen eines Klappdeckels auf der Raufe. Meerschweinchen wühlen unheimlich gern im Heu, was bei reiner Raufenfütterung natürlich nicht möglich ist, daher könnte man alternativ zur Raufe mehrmals tgl. kleinere Mengen an Heu lose füttern.

 

Futterprägung

Gemäß dem Sprichwort, „Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht reagieren auch Meerschweinchen auf fremde, ungewohnte Futtersorten. Sie halten sich an das was sie bereits in Ihrer Jugend kennen gelernt haben und gewöhnen sich manchmal nur sehr langsam an ihnen unbekannte Gemüsesorten usw.. Es ist deshalb günstig den Jungtieren von Anfang an ein abwechslungsreiches Saftfuttersortiment anzubieten. Ein neu Hinzugekauftes Meerschweinchen lernt von den alten Bestandstieren die Sachen zu fressen, die es vorher noch nicht kannte.

 

Futterumstellung

Futterumstellungen z.B. durch häufigen Wechsel des Kraftfutters oder bei Besitzerwechsel erhöhen die Gefahr von Verdauungsstörungen und Krankheitsanfälligkeit. Gefährdet sind vor allem auch tragende Weibchen. 

Bewährte Futtersorten möglichst beibehalten. Bei jeder Futterumstellung für einige Zeit das alte dem neuen Futter untermischen.

 

Gemüse, siehe Geeignete Saftfuttersorten

 

Giftpflanzen

Wer meint, dass Meerschweinchen aufgrund ihres natürlichen Instinktes genau wissen, welche Pflanzen für sie giftig sind oder welche nicht, der irrt sich. Auch wenn dies in manchen Fällen so scheinen mag, es hat schon genügend Vergiftungsfälle gegeben und dies nicht nur bei Meerschweinchen, sondern auch zahlreichen anderen Tierarten.

Auf einer Extra Seite sind die Namen einiger Giftpflanzen in einer Tabelle zusammengestellt:

 

 

 

Grünfutter, siehe Geeignete Saftfuttersorten

 

Heu

Für die Verdauung benötigt das MS immer Heu, dieses sollte nicht zu hartstengelig bzw. Stengelreich sein und von würzig frischem Kräuterduft, also keinesfalls hart, gelb wie Stroh, modrig oder feucht!  Zu hartes Heu verursacht nicht nur Maulverletzungen, sondern beeinträchtigt auch die Verwertung anderer Nahrungsbestandteile wie Eiweiß und Mineralien im Futter und führt letztendlich zu Skeletterkrankungen...  Heu mit champignonähnlichem Geruch hat bereits Schimmelsporen angesetzt und darf nicht mehr verfüttert werden!

 

Heugabe

Muss immer in guter Qualität zur Verfügung stehen! Wer Heu nicht aus Raufen anbieten mag, sollte zur Vermeidung von Verunreinigung mehrmals tgl. kleinere Portionen reichen.

 

Hygienestatus in Kraftfuttermitteln

Es geht hier um die Qualität verschiedener Kraftfuttersorten.                                                                                                      

Oft sehen wir MS-Halter gar nicht, wenn ein Kraftfutter verdorben oder verunreinigt ist, da man es dem Futter nicht in jedem Fall ansieht! Wir Halter  können auf geeignete Lagerungsbedingungen des Tierfutters achten, d.h. dunkel, trocken, vor Feuchtigkeit und Hitze geschützt. Lieber kleinere Mengen kaufen und dafür immer frisch, anstatt große Säcke, die übermäßig lange gelagert werden müssen und dadurch unnötig an Qualität verlieren.                                                  

Weiterhin ist ratsam nur solche Futtermittel zu kaufen, bei denen ein Haltbarkeitsdatum auf der Verpackung angegeben ist. Auf Lose - Futter aus Schütten in Märkten lieber verzichten, zumal solches Futter auch schneller von Parasiten befallen werden kann und licht- und sauerstoffempfindliche Vitamine schneller zerstört werden.                                            

Vorsicht bei Mischfutter, wo Nüsse oder Sonnenblumenkerne drin sind, da ölhaltige Kerne leicht ranzig werden können und dann das ganze restliche Futter mit verderben. Zur Not eine Geruchsprobe machen oder selbst ein paar Nüsse testen. In Zweifelsfällen das Futter weg­werfen!

Das Institut für Tierernährung in Hannover konnte bei eingereichten Futtermitteln für kleine Nager, fast zu 50% Qualitätsabweichungen (Geruch, Griff, Farbe, Verunreinigungen, auch schmutzige Beläge auf Körnern) feststellen!      

Zu 28,6% wurde Ungeziefer, wie Motten, Milben etc. gefunden, zu 32,1% fand man Verunreinigungen mit aeroben Bakterien, Schimmelpilzen, Hefen usw., zu 10,7% Kontamination mit Schimmelpilz (Aspergillus)- und Mutterkorn- Giften.

Quellennachweis: Der praktische Tierarzt 12/95, Dr. Petra Wolf, Prof. Dr. J. Kamphues, Institut für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

 

Knabberkost, Knabberstangen

Knabberstangen etc. sind für Meerschweinchen eine unnötige Geldausgabe. Sie sind getreidereich und zuckerhaltig. Beides sind Dickmacher und Zucker ist zudem schädlich für den Verdauungstrakt der Meerschweinchen.

 

 

Kohlfütterung

Kohlsorten die stark blähend wirken können, wie z.B. Weißkraut, Rotkraut, Blumenkohl, Rosenkohl sollten nicht verfüttert werden. Vertragen werden indessen Markstammkohl, Chinakohl, Kohlrabi, Steckrüben und Brokkoli wenn diese in kleineren Mengen verfüttert werden.

 

Kraftfutter, siehe Fütterung

 

Mineralstoffmangel

Mineralstoffe  (Mengenelemente)

Funktion / beteiligt an ...

Enthalten in ...

Mangelerscheinungen

Calcium 

    Aufbau von Knochen und Zähnen, Regulation des Herzschlags, der Blutgerinnung , Muskelkontraktion  + Säure- u. Basenhaushalt, Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, Aktivierung von Enzymen, Milchbildung

    Milch, Broccoli, Getreide, Hülsenfrüchte, Garnelen, Sojabohnen, Spinat, Kresse, Fenchel, Löwenzahn, Mangold, Petersilie, Dill, Alfalfa

    Muskelkrämpfe mit  Lähmungen in den Beinen, Wachstumshemmung, Trägheit, blutige Durchfälle,  vermehrter Harnfluss, Knochenentkalkung, verminderte Wehentätigkeit,  vermindertes Aufzuchtvermögen

Phosphor

    Aufbau des Skeletts, Baustein von Nukleinsäuren, Beteiligung am Eiweiß - Fett - u. Kohlenhydratstoffwechsel, Nerven - und Gehirn,

    Milch, Getreide, Mais, Brokkoli, Topinambur, Sauerampfer, Petersilie, Löwenzahn, Sellerie, Kresse, Artischocke, Hefe, Sojamehl, Hülsenfrüchte, Nüsse, Brot, Garnelen

    Steigerung der Calciumaus- scheidung, Rachitis, Knochenerweichung.

Natrium

    Muskelarbeit, Wasser- und Elektrolythaushalt, fördert die Durchlässigkeit der Gewebe, für die  Herztätigkeit

    Salzleckstein, Brot, Sellerie, Fenchel, Mangold, Spinat, Rote Beete, Garnelen

    Wachstumshemmung,  Verdauungsstörungen, Nebennierenrindenschäden, Kreislaufstörungen

Kalium

    Muskelarbeit, Wasser-  und Elektrolythaushalt,

    Kartoffeln, Spinat,  Broccoli, Hülsenfrüchte, Roggen, Weizen, Weizenkleie, Nüsse, Hefe,  Sonnenblumenkerne, Mais, Sojabohnen, Kresse, Fenchel, Löwenzahn ,  Kohlrabi, Sellerie, Mangold, Tomate, Topinambur, Rote Beete, Sauerampfer, Möhren, Feldsalat, Endivie, Artischocke, Banane, Nektarine, Honigmelone,  Kiwi,

    Gewichtsverlust, Herzmuskelschäden, Teilnahmslosigkeit, Auftreibung des Bauches, Blaufärbung der Haut, Ohnmacht.

Magnesium

    Aufbau von Sehnen +  Knochen, Funktion von Nerven, Muskeln + Herzrhythmus, Stoffwechsel,  Weiterleitung von Nervenimpulsen,

    Gemüse, Milch, Hülsenfrüchte, Beerenobst, Bananen, Garnelen, Getreide, Mais, Weizenkleie, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Sojamehl, Bierhefe, Spinat, Banane, Kiwi, Kohlrabi,  Sauerampfer, Spinat, Rote Beete, Fenchel, Kresse, Brokkoli, Mangold, Löwenzahn, Artischocke

     

    Übererregbarkeit des Nervensystems, Herzrhyth- musstörungen, Krämpfe, Gefäßerweiterung, Durchfall, Kalkspeicherung i.d. Nieren, Haarausfall, Ödeme, Wachstumsstillstand

Chlor

    Bestandteil der  Magensäure, Verteilung der Flüssigkeiten in u. außerhalb der Zellen

    Brot, Hefe, Sellerie,  Kresse, Petersilie, Banane, Mangold, Salzleckstein, Sellerie, Löwenzahn, Hafer

    Wachstumshemmung,  Verdauungsstörungen

Mineralstoffe  (Spurenelemente)

Funktion / beteiligt an  ...

Enthalten in

Mangelerscheinungen

Eisen

    Sauerstofftransport, Teil von Enzymen und Eiweißen im Körper

    Brot, Sauerampfer, Rote  Beete, Spinat, Topinambur, Brokkoli, Zucchini, Radicchio, Feldsalat, Hülsenfrüchte, Kresse, Fenchel, Kohlrabi, Löwenzahn, Mangold, Möhren, Paprika, Petersilie,  Artischocke, Sojamehl, Sonnenblumen- kerne, Nüsse, Getreide, Garnelen

    Blutarmut, Sterilität

Jod

    Bildung des Schilddrüsenhormons, Stoffwechsel

    Milch, Garnelen, Möhren, Sonnenblumenkerne, Spinat, Feldsalat, Brokkoli, Chinakohl

    Wachstumsstörungen,  Kropfbildung

Fluor

    Wichtig für Knochen, Zahnschmelz + Widerstandskraft der Zähne gegen Karies

    Trinkwasser, Milch,Getreide, Hülsenfrüchte, Spinat, Mangold, Feldsalat, Endivie,  Petersilie, Brot, Nüsse, Hefe

    ?

Zink

    Eiweiss-, Fett- und  Kohlenhydrat-Stoffwechsel, Bestandteil von Enzymen,

    Brot, Getreide, Mais,  Nüsse, Garnelen, Kiwi, Spinat, Brokkoli, Feldsalat, Löwenzahn, Möhren,  Petersilie, Rote Beete, Sauerampfer

    Wachstumstörungen, verminderte Zuchtleistung, Haarausfall

Kupfer

    Bestandteil von  Enzymen, Eisentransport, Blutbildung, Bindegewebsstoffwechsel

    Brot, Hülsenfrüchte, Nüsse, Getreide, Weizenkleie,  Hefe, Sonnenblumenkerne, Sojamehl, Artischocke, Brokkoli, Rote Beete

    Blutarmut, Hautkrankheiten, Haarausfall, Sterilität, Wachstumsverzögerung, Magen- Darm- Störungen

Mangan

    Bestandteil von  Enzymen, Unterstützt die Zellfunktion, Wachstum- Blut -u. Knochenbildung

    Getreide,  Hülsenfrüchte, Spinat, Beerenobst, Banane, Dill, Rote Beete, Brokkoli,  Sauerampfer, Radicchio, Mais, Kresse, Fenchel, Kopfsalat, Löwenzahn, Nüsse,  Mangold, Möhren, Artischocke, Sellerie, Sojamehl, Brot, Sonnenblumenkerne

    Hodenschwund,  Sterilität (Böcke), Zyklusstörungen, Haarefressen, erhöhte Jungtiersterblichkeit, Wachstumshemmung,  Skelettveränderungen

Molybdän

    Bestandteil von  Enzymen, Fluorspeicherung, Wachstum

    Hülsenfrüchte, Weizenkeime, Getreide, Mais, Sojamehl

    i.d.R. kein Mangel zu  befürchten

Selen

    Antioxidans, Stoffwechselfunktionen

    Kleie, Getreide, Weizen- keime, Vollkornprodukte, Sojabohnen, Garnelen

    ?

Chrom

    Glukosestoffwechsel

    Weizenkeime, Brot, Mais, Getreide, Artischocken, Petersilie, Bierhefe, Kartoffeln, Kopfsalat

    ?

Kobalt

    Bestandteil des  Vit.B12, Eiweißstoff- wechsel, Blutbildung, Entgiftungsfunktion, Leberschutz, Vitaminsynthese

    Nüsse, Gemüse, Getreide

    Blutarmut

Silizium

    Kalkstoffwechsel (Zähne, Knochen), Wachstum der Haare + Nägel, Infektabwehr

    Getreide (besonders Hafer), Petersilie, Banane

    ?

Nickel

    Aktiviert Enzyme, verstärkt einige Hormonwirkungen, vermindert die Adrenalinwirkung

    Getreide,Mais, Petersilie, Hülsenfrüchte, Nüsse

    ?

 

Multivitamine

Multivitamin- Präparate sind nicht ganz ungefährlich und überflüssig bei gesunden Tieren, da es besonders bei den fettlöslichen Vitaminen wie A + D zu Überdosierungen (Vitaminvergiftung) kommen kann. Wenn man bedenkt, das dem Kraftfutter i.d.R. ausreichend Vit. A + D zugesetzt wird, ist ein Zuviel schnell erreicht.

 

Nahrung, siehe Fütterung

Obst, siehe Geeignete Saftfuttersorten

 

Oxalsäure

Die Kleesäure ist ein Bestandteil in bestimmten Nahrungsmitteln und hat bei zu hoher Zufuhr eine gesundheitsschädigene Wirkung. Oxalsäure bindet Kalzium an sich, wodurch die Kalziumaufnahme im Darm vermindert und der Oxalsäuregehalt in Nieren- und Urin erhöht wird. Oxalatsalze oder Kalziumoxalatkristalle können unter bestimmten Umständen zur Steinbildung in Niere/ Blase führen.                                                                                            

Zu besonders oxalsäurehaltigen Nahrungsmitteln gehören z.B.: Sauerampfer, Spinat, Mangold aber auch der zur Fütterung sowieso völlig ungeignete Rhabarber und Sauerklee.                                                                                                 

Erwähnenswert wäre noch, das auch beim Abbau von Ascorbinsäure u.a. Oxalat als Ausscheidungsprodukt anfällt, welches ebenso über die Nieren ausgeschieden wird. Gesundheitlich bedenklich für die Meerschweinchen wäre dies aber nur bei übertrieben hoher Zufuhr von Vitamin C.

 

Pellets

Bei Pellets handelt es sich um ein Pressfutter. Pellet ist nicht gleich Pellet auch wenn sich die Produkte verschiedener Hersteller ähnlich sehen! Sie unterscheiden sich in Nährstoffzusammensetzung, Größe und ganz wichtig, auch im Geschmack. Das Herstellungsverfahren variiert, wobei kalt gepresste Pellets den geringeren Vitaminverlust haben als bei der Pressung unter Hitzeeinwirkung. Kalt gepresste Pellets erkennt man an einer eher matten Oberfläche, gegenüber einer glänzenden bei erhitzten. Ein reines Pelletfutter hat gegenüber Mischfutter den Vorteil, das die Meerschweinchen sicher mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden, weil sie nicht nur ihre Lieblingskomponenten heraus picken können.

 

Raufutter

Raufutter ist unentbehrlich für die Verdauung der Meerschweinchen, zur Deckung ihres hohen Ballaststoffbedarfs und wird in Form von Heu gereicht. Heu sollte auch bei ganztägigem Wiesenauslauf stets verfügbar sein, um Fehlgärungen zu vermeiden.

 

Rohfaser

Mit Rohfaser ist der Ballaststoff im Futter gemeint.

 

Saftfutter

Saftfuttergaben von täglich 80 - 100 g pro ausgewachsenes Tier sind völlig ausreichend.

 

Geeignete Saftfuttersorten u.a.:  

    Tomaten

    keine grünen bzw. unreifen Tomaten verfüttern.
    Die grünen Stielansätze entfernen (alles grün an Tomaten enthält giftiges Solanin).

    Brokkoli, Markstammkohl (Futterkohl)

 

    Sellerie

Staude und Knollen

    Salatgurken

Leibspeise!

    Salat

    + anderes Blattgemüse

z.B.: Mangold *, Stielmus, Spinat *, Endivie1, Chicorée,  Chinakohl, Radicchio, Feldsalat, Kopfsalat1

    Möhren + anderes  Knollengemüse

Kohlrabi, Rote Beete (besonders das Kraut= 1), Fenchel, Kohlrübe,  Möhrenkraut, Futterrüben.

    Paprika

    (alle Farben)
    Sehr reich an Vit. C!
    Nur reife Paprika füttern und den grünen Stempel herausschneiden (enthält giftiges Solanin).

    Kartoffeln

     

    Nur gekocht, niemals roh verfüttern!
    (Grüne Stellen, die Augen und das Kraut sind besonders giftig bzw. solaninhaltig.)
    Nicht besonders beliebt.

    Mais

Gesamte Pflanze inkl. Blätter

    Ananas, Äpfel, Birnen

 

    Banane

Mögen nicht alle. Werden meist nur kl. Mengen genommen

    Weintrauben

Wenig füttern. Mögen nicht alle.

    Kiwi / Zitrusfrüchte

    reich an Vit. C !
    Orangen, Mandarinen oder Kiwis mögen nicht alle.

    Löwenzahn3 + andere Wiesenkräuter

    z. B:
    Gras,
    Sauerampfer (vor der Blüte)*,
    Gänseblümchen,
    Klee (nach der Blüte),
    Spitz -u. Breitwegerich,
    Vogelmiere,
    Huflattich, 
    Gänsefingerkraut,
    Wiesenknopf,
    Giersch.

    frische Baumzweige 

...  zum knabbern und zur Beschäftigung.

    Geeignet sind z.B.:
    Haselnuss,
    Apfel,
    Birne,
    Pappel,
    Ahorn,
    Buche.

    Topinambur

Knolle + Blätter

    Gartenkräuter

    Petersilie 2 (nur in kleinen Mengen),
    Borretsch,
    Kapuzinerkresse (gesamte Pflanze),
    Pfefferminz,
    Zitronenmelisse,
    Sonnenblumen (gesamte Pflanze).

    Melone

alle Sorten.

    Kakteenfrüchte

Schalen vorher entfernen!

    Zuchinis

nicht so beliebt.

    Zeichenerklärung:
    * = reich an Oxalsäure, daher nur in kleinen Mengen füttern!
    1 = enthält besonders im Winter viel Nitrat, daher sparsam füttern.
    2 = enthält ätherische Öle, die in höheren Dosen Darm, Blase und Gebärmutter reizen können (gesteigerte Kontraktion der glatten Muskulatur)
    3 = schwach giftig, daher nicht in Massen füttern; Wuzeln + Stiele enthalten Taraxin

 

Ungeeignete Saftfuttersorten

 

    Aubergine

    Enthält im Rohzustand giftiges Solanin

    Avocado

    giftig für Tiere

    Hülsenfrüchte: Erbsen, Linsen, Bohnen

    wirken blähend

    Beeren

    wirken in Verbindung mit Wasser blähend

    Quitten

    sollen im Rohzustand ungenießbar bis giftig sein

    Steinobst: Kirschen, Zwetschgen, Aprikosen

    wirken in Verbindung mit Wasser blähend, die Steine enthalten Blausäure.

    Rhabarber

    enthalten sehr viel Oxalsäure

    Rettich, Radieschen

    wirken blähend

    Sauerklee

    enthalten sehr viel Oxalsäure

    Kohl: Blumenkohl, Grünkohl, Braunkohl, Weißkraut, Rotkraut, Wirsing, Rosenkohl

    wirken blähend

    Zwiebelgewächse: Schnittlauch, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch

    wirken blähend und enthalten unverträgliche Substanzen.

 

 

 

Trinkwasser, s.a. Wasserbedarf oder Wasser- und Kalorienbedarf

Trinkwasser sollte immer verfügbar sein auch wenn das eine oder andere Tier den Anschein erweckt kaum oder kein zusätzliches Wasser neben den üblichen Saftfuttergaben aufzunehmen.                                                         

Tgl. Wasser wechseln, im Winter auf 300ml Wasser 1 Messerspitze reines Ascorbin- Pulver  (= Vit.C, aus der Apotheke) zusetzen (wobei die zusätzl. Gabe von Citronensäure das Vit.C haltbarer macht, siehe unter Ascorbinsäure).  Andere Vitaminzusätze sind nicht nötig, da bereits im Körnerfutter und Grünzeug ausreichend enthalten!

Meerschweinchen die nicht trinken wollen (weil sie es vielleicht gar nicht zu kennen scheinen) durch Saftfutterentzug zum trinken zu zwingen ist der falsche Weg. Es ist etwas schwierig den Meerschweinchen Trink- oder Ernährungsgewohnheiten beibringen zu wollen, die sie in ihrer Jugend nicht kennengelernt haben. Wenn bekannt ist, das ein neugekauftes Tier aus einem Bestand stammt, in dem Trinkwasser stets vorenthalten wurde, könnten hier evtl. trinkerfahrene Meerschweinchen als Gesellschafter bei den trinkunerfahrenen“ Tieren eine zusätzliche Hilfe bei der Erlernung sein. Funktioniert aber nicht in jedem Fall.

Wichtig ist natürlich auch, sicher zu stellen, dass jedes Meerschweinchen den zur Verfügung stehenden Trinkautomat zu bedienen weiß. Für Trainingszwecke könnte man des Öfteren mal schonend versuchen, das Mäulchen der Meerschweinchen an die Trinkflasche heran zu führen und gleichzeitig die Flasche ein wenig zusammendrücken, bis etwas Wasser ins Mäulchen fließt, so dass die Meerschweinchen merken/ lernen, das da bei Berührung Wasser herauskommt. Bis sie dies gelernt haben, könnte man einen zusätzlichen Trinknapf aufstellen.

Kugelventile von Trinkflaschen regelmäßig auf Funktionalität prüfen, da die Kugeln durch Futterpartikel auch mal festklemmen können und dann kein Wasser mehr fördern.

Bei Außenhaltung kann man mehrmals tgl. warmes Wasser in die Näpfe/ Trinkflaschen füllen, um die Zeit bis zum einfrieren zu verlängern. Es besteht also auch bei Außenhaltung im Winter kein Grund ihnen Trinkwasser vorzuenthalten.

Wenn Eure Meerschweinchen nicht trinken wollen -trotz aller hier genannten Vorkehrungen- dann kann man wohl davon ausgehen, das deren Flüssigkeitsbedarf durch das, was sie über das Saftfutter aufnehmen, zu dem Zeitpunkt gedeckt zu sein scheint.

 

Vitaminmangel

MS sind besonders gefährdet, einen Vit.C- Mangel zu bekommen, wenn es ihnen nicht tgl. über die Nahrung zugeführt  wird. In den Sommermonaten ist Vit.C ausreichend im Grünzeug vorhanden, aber im Winter ist Grünzeug arm an Vit.C, weshalb dieses Vitamin übers Trinkwasser zusätzlich gegeben werden sollte.

 

Vitamin

Funktion / beteiligt an ...

Enthalten in ...

Mangelerscheinungen

A

    Sehvorgang, Instandhaltung von Zellgewebe (Haut,Organoberflächen) + Geschlechts – Atmungs- u. Verdauungstrakts, stabilisiert Haut, Schleimhaut, Haare + Zähne.

    Provitamin A in Karotten,  grünblättrigem Gemüse (Feldsalat, Spinat, Kresse, Endivie, Löwenzahn, Mangold, Sauerampfer, Petersilie), Melone,  Fenchel, Brokkoli,  Kraftfutter

    Appetitlosigkeit, Atemnot, Lähmungen, Wachstums- stillstand, Krämpfe, Durchfall, Nasenkatarrh, Bindehautent- zündung, Trockenauge

B 1

(Thiamin)

    Kohlenhydratstoffwechsel, Funktion von Nerven, Muskeln,Magen – u. Darmtrakt,  Entwicklung versch. Gewebe

    Getreide, Nüsse, Weizenkeime, Hefe, Hülsenfrüchte, Banane, Sonnenblumenkerne, Vollkornbrot, Cornflakes

    Magen- Darm- Krankheiten, Durchfall, Abmagerung, Atemnot.

B 2

(Riboflavin)

    Eiweiß-Kohlenhydrat-u. Fettverdauung,  Gesunderhaltung von Nervensystem, Haut + Schleimhäuten, fördert Wachstum +  Entwicklung, Blutbildung, Infektabwehr, Sehvorgang.

    Roggenkeime, Cornflakes, Weizenkleie, Petersilie, Nüsse, Hefe, Mangold, Kresse, Sonnenblumen- kerne

     

    Pellagra (Hautveränderungen, später Durchfall +  neurolo- gische Störungen)

     

Niacin

(Vit. B)

    Energiegewinnung, Aufrechterhaltung der  Funktion von Haut, Nerven +Verdauungstrakt,  Kohlenhydraht-Eiweiß-Mineralstoffwechsel , Bildung von Kollagen im  Bindegewebe, Fördert die Eisenaufnahme aus dem Darm, , Bildung von rotem Blutfarbstoff + roten Blutkörperchen, Antioxidans, Verhindert die Bildung von Nitrosaminen (krebserregende Stoffe)

    Getreide,Vollkornprodukt e, Nüsse,  Hülsenfrüchte, Hefe, Sonnenblumenkerne, gekeimtes Getreide,  Tomaten, Kartoffeln, Weizenkleie, Vollkornbrot, Sauerampfer, Kresse, Brokkoli, Banane

    Hautentzündung

Panthothensäure

(Vit. B)

    Wachstum und Entwicklung, fördert  Freisetzung von Energie aus der Nahrung, Aufbau verschiedener Körpergewebe  (Schleimhäute, Haut, Haare), Beteiligt an Entgiftungsreaktionen

    Hefe, Getreide, Hülsenfrüchte, Sojamehl, Melone, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Endivie, Weizenkleie,  Brokkoli, Tomaten

    Leberverfettung

B 6

(Pyridoxin)

    chemische  Reaktionen  + Bildung von Hormonen, Nerven-  und Immunsystems, Bildung von rotem Blutfarbstoff, Hautschutz

    Hefe, Nüsse, Bananen, Kleie, Hülsenfrüchte, Zucchini, Honigmelone, Roggen-u. Weizenkeime,  Hafer, Sonnenblumenker ne

     

    Hautentzündungen

Folsäure

(Vit.B)

    Bildung roter Blutkörperchen,  Nervensystem, Magen-Darm-Trakt, weiße Blutkörperchen, normales Wachstum, Entwicklung von Nervenzellen beim Ungeborenen, Wachstum und Entwicklung, Zellteilung und Zellneubildung

    Orangen, Banane, Erdbeeren, Melone, Kiwi, Birne, Nüsse, Sonnenblu- menkerne, Hefe, Spinat, Broccoli,  Gras,Kresse, Fenchel, Endivie, Chinakohl, Chicorée, Feldsalat, Löwenzahn, Mangold, Kopfsalat, Zucchini, Sauerampfer, Tomaten, Rote Beete, Roggen-u.  Weizenkeime, Petersilie

    Blutarmut, Wachstumshemmung, Hautentzündung, Missbildungshäufigkeit gesteigert

B 12

(Cobalamin)

    Beteiligt an Eiweiß-u.Fettstoffwechsel,  Zellatmung, Blutbildung

    tierische Produkte(Fleisch, Fisch, Garnelen, Milch usw.) Meerschweinchen bilden Vit.B12 selbst im Blindarm

    Zusätzliche Gaben evtl. nur bei Durchfall oder sonstigen Ursachen, die das Kotfressen behindern

C

    Gesunderhaltung der Blutgefässe, des Zahnfleisches und der Zähne, Stimulation der  Abwehrkräfte (Funktion der Lymphozyten), Eisenverwertung, Fettsäureverwertung, beteiligt am Eiweißstoffwechsel, unterstützt Entgiftungsvorgänge, verbessert die Speicherfähigkeit von Eisen, Vit. A + E.

    Hagebutten,Orangen, Erdbeeren, Kiwi, Tomaten, Brokkoli, Kresse, Chinakohl, Feldsalat, Fenchel, Kohlrabi,  Paprika, Honigmelone, Löwenzahn, Mangold, Sauerampfer, Spinat, Petersilie, Kartoffeln

    Skorbut ........................   Viel liegen + Bewegungsun- lust, Zahnlockerung + Zahnfleischbluten, Störungen der Dentinbildung, innere Blutungen, Wundheilungs- verzögerung, Neigung zu Knochenbrüchen,  Verkümmerung der Geschlechtsorgane, Schmerzempfindlichkeit der Beine mit  Auftreibung der Gelenke, Lähmungen der Hinterbeine, erhöhte Kälteempfindlichkeit, Fettleber, Fettsäuremangel, Karnitinmangel (Karnitin wird aufgebaut durch die Aminosäuren Lysin und Methionin), erhöhte Blutfettwerte.

D

    Knochenwachstum (fördert Aufnahme von  Kalzium und Phosphor aus dem Darm, + lagert Kalziumphosphat ins Knochengewebe ein), Wachstum und Entwicklung  auch der  Zähne

    Margarine, Kraftfutter, Garnelen,  überwiegend nur in tierischen Produkten (besonders in der Leber) enthalten. UV-Strahlung (Sonne) stimuliert die Vit.D-Bildung im Körper -  durch Umwandlung der D- Vorstufen (Provitamine) in das wirksame Vitamin- und ist somit ein entscheidender Faktor

    Rachitis, Wachstums- hemmung, hohe Jungtier- sterblichkeit

E

    Wachstum und Entwicklung, Funktion der Muskulatur + Fortpflanzungsorgane, verhindert Muskeldegeneration, Leberschutz

    Gemüse, Samenöle, grünes Blattgemüse,  Nüsse, Körner, Getreidekeimlinge

    Sterilität, Hodendegeneration, Muskeldystrophie, Wachs- tumsstillstand, Absterben +  Resorption der Embryos

K

    Blutgerinnung

    Kresse, Löwenzahn, Mangold, Chinakohl,  Chicorée, Kopfsalat, Feldsalat, Endivie, Brokkoli, Sellerie,  Sauerampfer, Spinat, Roggen-u.  Weizenkeime, Möhren, Petersilie, Sojamehl

    Blutungsneigung in Haut +  Schleimhäuten

(Biotin)

 

    Herstellung von Fettsäuren, Erleichtert  Stoffwechsel von Aminosäuren und Kohlenhydraten,Fettstoffwechsel, Funktion  von Nervengewebe, Blutzellen, Knochenmark, Haut, Haaren und Nägeln

    Hefe, Tomaten, Sojamehl, Milch, Weizenkleie- u. keime, Hafer, Nüsse, Banane, Melone, Spinat, Möhren

    Infektanfälligkeit,  Wachstumsverzögerung, Hautentzündungen, Lähmungen

Sonstige Stoffe

Cholin

 (Bestandteil des Lezithins)

 

Fett-u.  Aminosäurestoffwechsel

Milch, Getreide, Hülsenfrüchte

Leberverfettung, Nierenblu- tung, Gewichtsverlust, Milzvergrößerung, gestörte Milchbildung, Lähmungs- erscheinungen bei Jungtieren, Wasseransammlungen im Gewebe

 

 

Wasserbedarf,,siehe auch Wasser - und Kalorienbedarf

Früher und leider z.T. auch noch heute, wird / wurde angenommen, dass  Meerschweinchen ohne jegliches Wasser auskommen können, wenn ihnen Saftfutter angeboten wird und dieses zu Genüge den Flüssigkeitsbedarf decken könne... Siehe hierzu auch „Wassermangel unter Thema Krankheiten.

Frau K. Schwabe legte 1995 ihre Doktorarbeit ab, in der sie über die Futter- und Wasseraufnahme versch. Heimtiere berichtete, die zu diesem Zweck eingehender untersucht wurden anhand von Fütterungsversuchen, anschließenden Bilanzierungen, Blutuntersuchungen etc..

Die gemessenen Ergebnisse über den Wasserhaushalt der Meerschweinchen, bei 3 unterschiedlichen Futterzusammenstellungen, sind nachstehender Tabelle zu  entnehmen:

Versuchsgruppen

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Fütterung

Mischfutter + Wasser  (beides beliebig)

Mischfutter + Wasser +Möhren    (Möhren + Wasser beliebig)

 

Mischfutter +  Möhren (Möhren beliebig)

 

Wasseraufnahme(Werte beziehen sich auf g / kg Körpermasse / Tag)

Trinkwassermenge

122,5  +  29,9

89,0  +   28,2

----------------------------

Wasseraufnahme über  Futter

 5,8  +    0,8

108,3  +   23,5

115,8 +   15,5

Gesamtwasseraufnahme

128,4  +  23,8

197,3  +   28,5

115,8 +   15,5

Wasserabgabe (Werte beziehen sich auf g / kg  Körpermasse / Tag)

Wasserabgabe über Urin

55,3  +   11,6

88,6  +    28,5

 44,1   +      12,1

Wasserabgabe über Kot

33,3  +    5,9

38,3  +      7,9

22,3   +        2,7

Gesamtwasserabgabe

88,6  +   14,6

126,9  +   36,1

66,3   +      13,9

 

Ergebnisse zu A)                                                                                                                                                                           Die Mischfutteraufnahme pro Tier betrug 62 g / Tag, dazu wurden 123 ml Wasser getrunken, durch den geringen Wassergehalt im Mischfutter ergab dies eine  tgl. Gesamtwasseraufnahme von 128 ml. Trotz freier Tränkeverfügbarkeit wurde eine hohe Osmolalität (= Summe der im Harn gelösten Inhaltsstoffe) des Harns festgestellt, was evtl. für ein erhöhtes Harnsteinrisiko verantwortlich sein könnte.

Ergebnissezu B)                                                                                                                                                                              Bei dieser Kombination wurde die höchste Futteraufnahme (135 g Möhren/Tag) erzielt. Auch die Gesamtwasseraufnahme steigerte sich auf nahezu 198 ml, von denen 109 ml auf Saft- und Mischfutter fielen und der hohe Rest über die Tränke zusätzlich aufgenommen wurde. Gleichzeitig steigerte sich aber auch die Harnabgabe deutlich, dies bewirkte eine Senkung der Osmolalität des Harns.

Ergebnissezu C)                                                                                                                                                                              Die Gesamtfutteraufnahme wurde um 1/3 reduziert, hiervon war vor allem das Mischfutter betroffen, um die fehlende Tränke zu kompensie­ren. Es wurden 124 g Möhren / Tag gefressen, aber die Saftfutterverdaulichkeit war vermindert, die Wasseraufnahme lag unter dem Wert von A und die Anzeichen einer Wassereinschränkung wurden deutlich durch erhöhte Osmolarität des Harns, die Futteraufnahme sank ab, es kam zu Gewichtsverlusten bis 5 % der Körpermasse, die Energieversorgung war somit vermindert, wobei das Ausmaß auch abhängig sein dürfte von der Art des Mischfutters.

Fazit: Saftfutter trägt somit zur Optimierung der bedarfsgerechten Fütterung bei, doch tritt bei Saftfuttergaben eine Mischfutterverdrängung ein (je g Saftfutter wurde 7,5 g weniger Mischfutter  verzehrt), weshalb sich hieraus eine Änderung der Nährstoffversorgung ergeben könnte. Protein- und Rohfaser wurden bei Meerschweinchen nur gering- fügig beeinflusst, Engpässe könnten jedoch bei der Mineralstoffversorgung entstehen, was insbesondere laktierende Mütter und deren erhöhten Ca- Bedarf angeht. Der Begriff „Alleinfutter" ist somit kritisch zu betrachten, deren Konzepte müssten womöglich neu überdacht werden, um deren Kompatibilität (= Verträglichkeit, Vereinbarkeit) mit Saftfutter zu optimieren.

Schlussfolgerung K. Schwabes über die Meerschweinchen:                                                                                             

Unter tierschutzrelevanten Gesichtspunkten ist ein Ersatz des Tränkewassers bei Kaninchen, Chinchillas und  Hamstern nur möglich, wenn den Tieren genügend Saftfutter angeboten wird. Bei frei verfügbarem Saftfutterangebot wird im Allgemeinen eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet, problematisch wären die Mengen, bei Kaninchen z.B. waren das 630 g Möhren / Tag. Meerschweinchen können nicht auf gleiche Weise wie soeben zitierte Heimtiere versorgt werden, da sie bei Saftfuttergaben noch ca. 80 % des Wassers, aus der Tränke aufnehmen!

Tau (1992) beobachtete bei seinen Versuchen, das die Meerschweinchen bei Grasfütterung noch 43 ml/ kg KG/ Tag zu sich nahmen.

Quellennachweis:                                                                                                                                                                                                                                                       Futter- und Wasseraufnahme von Heimtieren verschiedener Spezies bei unterschiedlicher Art des Wasserangebotes, Inaugural-Dissertation zur Erlangung eines Doktors  medicinae Veterinariae durch die Tierärztl. Hochschule Hannover, von Katrin Schwabe aus Hannover, 1995.

 

                       Wasser- und Kalorienbedarf pro Tag

  • Ein ausgewachsenes Meerschweinchen benötigt 100ml Wasser und 119,5 kcal bzw. 500 kJ am Tag.   
  • Unter  0, 4 MJ (=   94,60 kcal) / 1kg KG / Tag =  entsteht Gewichtsabnahme             
  • Um     0, 5 MJ (= 119,50 kcal) / 1kg KG / Tag = bleibt das Gewicht konstant (Erhaltungsbedarf)   
  • Um     0, 6 MJ ( = 143,40 kcal) / 1kg KG / Tag = Gewichtszunahme

1 Megajoule [MJ] (= 1 000 000 Joule) sind 239 000 Kalorien bzw. 239 Kilokalorien [kcal]

 Quelle:  Kleintierpraxis 41 , Heft 2 ( 1996 ) , S. 77 – 152

                                                                                                                  

    VerhaltenHomeKrankheiten